Jahrgang 
1907: 1905/06
Entstehung
Seite
263
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Zahnfleischentzünd. — Kotstauung. — Weicher Schanker. — Syphilis. — Krätze. 263

Ein spezifisches Leiden dieses Schutzgebiets, das bisher nm einmal meines Wissens bei einem Europäer beobachtet wurde, ist das venerische Granulom.

Mehrere dieser Fälle kamen bei den Arbeitern der Keu- Guinea-Compagnie vor und wurden operiert. Eie Infektionsquelle war immer Keu-Mecklenburg. Photographische Aufnahmen von dieser Krankheit und exstirpierte Geschwulstmassen sandte ich an das Institut für Tropenkrankheiten in Hamburg.

10. Syphilis.

An Syphilis kamen 2 Europäer in Behandlung, beide Seeleute, die sich ihre Infektion außerhalb des Schutzgebiets geholten hatten.

Unter den 7 Fällen bei Farbigen waren 3 Chinesen. Auch ich kann die von Hoffmann (Friedrich-Wilhelmshafen) im Jahres­bericht 1003/04 erwähnte Empfindlichkeit der Melanesen gegen die graue Quecksilbersalbe bestätigen, die sich durch Auftreten von Stomatitis bei Schmierkuren äußert.

VII. Krankheiten der äußeren Bedeckungen.

Bei Europäern 38 Fälle = 14,1 % aller Erkrankungen,

„ Farbigen 401 „ — 41,6 °/o „ „

11. Krätze

ist bei den Farbigen sehr häufig; von den Europäern kam nur ein Fall in Behandlung. .Nicht selten ziehen durch Kratzen ent­standene Geschwüre die Heilung in die Länge.

12. Akute Hautkrankheiten.

Unter diesen ist bei Europäern „K oter II u n d“, besonders bei den neu in das Land Gekommenen, öfter Gegenstand ärztlicher Behandlung; dann kommt auch Tinea circinata, mit dem Lieblingssitz an der Innenseite der Oberschenkel und am Iloden- sack, nicht selten vor.

Urticaria (Kesselfieber) ist bei Weißen und Farbigen beobachtet. 3 farbige Kranke kamen mit einem bläschen­förmigen Hautausschlag (vesieulärem Ekzem) an Kopf, Rumpf und Gliedern zur Aufnahme. Gleichzeitig bestand Fieber bis 39° C. Die Krankheit war angeblich plötzlich auf getreten, die Ursache derselben war den Betroffenen unbekannt und konnte auch nicht