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V. Deutseh-Neu-Guinea. A. ilerbertshöhe
V. Krankheiten der Ernährungsorgane.
Bei Europäern 31 Fälle = 11,9 % aller Erkrankungen,
„ Farbigen 24 „ — 2 % „ „
7. Zahnfleischentzündung.
Kommt besonders oft bei neuangeworbenen Arbeitern vor. Sie äußert sieh durch einen schmierig-grauen, übelriechenden, leicht blutenden Belag am Zahnfleisch. Wahrscheinlich trägt zur Entstehung der Krankheit außer der ihnen ungewohnten Kost bei, daß die Leute nach ihrer Anwerbung den gewohnten scharfen Reiz des Betels in Ermanglung von Küssen, die sie sich nicht so bequem wie in ihrer Heimat verschaffen können, entbehren müssen. In vorgeschrittenen Fällen kommt es zur Lockerung, selbst zum Ausfall von Schneidezähnen.
Pinselungen mit Tinct. Ratanhiae und Tinct. Myrrhae usw., mit daran anschließenden Muudspiilungen mit Kali permangani- cum in schwacher Lösung, führten am schnellsten zur Heilung.
8. Kotstauung
erheblichen Grades kam bei einem Europäer zur Behandlung.
VI. Venerische Krankheiten.
Bei Europäern 12 Fälle = 4,1 % aller Erkrankungen,
„ Farbigen 71 „ = 7 % „ „
9. Weicher Schanker.
Unter dieser Diagnose ist eine Reihe von Fällen mitgezählt, bei denen es sich um Geschwüre an den äußeren, oder auch nur mn Schleimhauterosionen an den inneren Schamlippen bei den Frauen der schwarzen Arbeiter bzw. Soldaten handelt. Diese Geschwüre haben keins der charakteristischen Merkmale des echten, harten Schankers. Syphilitische Allgemeinerscheinungen treten nach ihnen nicht auf. Sie heilen unter antiseptischer Behandlung in 3 bis 6 Wochen glatt. Kur sehr selten erkranken die benachbarten Leistendrüsen, was doch häutiger der Fall wäre, wenn es sich bei diesen Geschwüren um weichen Schanker handeln würde. Wie ich schon im Jahresbericht 1903/04 erwähnte, halte ich Unreinlichkeit, zu häutigen Coitus und vielleicht Kratzen mit unreinen Fingernägeln für die Entstehungsursache dieser Geschwüre. Jedoch kommt auch echter weicher Schanker vor.