Jahrgang 
1907: 1905/06
Entstehung
Seite
141
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Krankheiten der Gruppen XI bis XIV.

Poliklinik.

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zugezogen. Die Speichenschlagader war durchschnitten. Das Kind war sterbend und vollkommen blutleer, als es in Behandlung kam.

Bei einer der zugegangenen Stichwunden handelte es sich um einen Messerstich in die Lunge mit Verletzung einer Zwischenrippenschlagader, die zu erheblicher Blutung führte. (leheilt.

Die Biß- und Quetschwunden waren sämtlich leichtere Verletzungen.

Verbrennung. 2 Patienten hatten bei der Arbeit vor dem Feuer in der (louvernements-Werkstätte sich Brandwunden zugezogen. Ein Ma­schinist eines kleinen Faktoreibootes verbrannte sich durch Explosion einer Petroleumflasche beim Hineinschütten von Petroleum ins Feuer derart, daß er fiebernd und mit schweren Brandwunden bedeckt in das Hospital geschafft werden mußte. Die septischen Erscheinungen ver­schwanden unter feuchten Verbänden. In kurzer Zeit trat Heilung- ein.

Gruppe XIII.

Selbstmordversuch beging ein Strafgefangener, indem er sich eine Stichwunde beibrachte, die die Bauchhöhle erötfnete und innere Ver­letzungen zur Folge hatte. Aus der Bauchwunde war Netz ausgetreten, welches bei der Laparotomie abgetragen wurde, (inte Heilung.

Gruppe XIV. Zur Beobachtung.

1 Mann auf Fieber, 1 Mann auf Schlafkrankheit, 1 Mann auf Krämpfe im Hospital beobachtet. Bei keinem konnte ein Leiden festgestellt werden.

Poliklinik.

Poliklinisch wurden 2100 Farbige in G934 Konsultationen be­handelt. Etwa 7000 weitere Personen erhielten ärztlichen, kosten­losen Kat, Untersuchung, Verband und sonstige ärztliche Hilfe. Xiclit selten waren darunter Fälle von Frambösia.

Die Zahl der vorgenommenen Impfungen beträgt etwa 25 000, durch die kostenlose, auf meinen Antrag behördlich angeordnete nochmalige Durchimpfung der farbigen Bevölkerung Dualas und der Umgegend.

In der Poliklinik waren Unterschenkelgeschwüre und Zell­gewebsentzündungen die am häutigsten beobachteten Erkrankungen. Auffällig hoch war das Vorkommen von sogenannten Überbeinen (Ganglien) der Strecksehnen der Hand.

Interessant war ein Fall von periostalem Sarkom der Schädel­knochen. Bei mikroskopischer Untersuchung zeigte sich Kund- zellensarkom. Als sehr häutig wurde Filariasis festgestellt.