Jahrgang 
1907: 1905/06
Entstehung
Seite
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I. Deutsch-Ostafrika.

Norm, aber ähnlich wie bei her Pneumonie. In der Kegel erfolgt nur ein Anfall. In weniger häufigen Fällen folgen jedoch mehrere Anfälle einander. Die folgenden Anfälle werden dann immer weniger häufig. In der Zwischenzeit besteht kein Fieber, jedoch tritt kein vollständiges Wohlbefinden ein, es bestehen meistens Klagen über Kopf- und Kückenschmerzen.

Ein Fall verlief tödlich, es war ein alter weißköpfiger Greis, den ich auf über 70 Jahre schätzte. Der Tod erfolgte nach den ersten 24 Stunden nach der Krankmeldung ohne Komplikationen unter den Zeichen einer trotz 'Kampfer- und Ätherinjektionen stets zunehmenden Herzschwäche. Der Parasitenbefund war hierbei ein enormer, wie ich ihn sonst nie auch nur annähernd ge­funden hatte, eine Zählung der Spirillen war unmöglich, da sie sich häufig zu großen unentwirrbaren Knäueln zusammengeballt hatten.

In allen anderen Fällen war die Zahl der Spirillen auch bei den schwerer Erkrankten eine geringe, nur in ganz wenigen Fällen war es möglich, die Spirillen nach kurzem Suchen sozusagen auf den ersten Blick zu finden, mehr als 2 Spirillen in einem Gesichts­felde fand ich jedoch auch dann nicht.

Komplikationen fehlten meistens, abgesehen von einigen leichten Katarrhen der Atmungsorgane.

Über Sektionsbefunde schreibt Stabsarzt Dr. Feldmann aus Bukoba:

Die Inder pflegen gewöhnlich sehr schwer zu erkranken und mehrere Anfälle durchzumachen, im Gegensatz zu den Einge­borenen, die meistens mit einem Anfall immun werden.

Spirochaeten waren in den drei in Genesung ausgehenden Fällen nur sehr spärlich im Blute zu finden, während in dem töd­lich endenden Falle und bei einem Kranken, der außerhalb der Behandlung verstarb, ganze Haufen dichtverschlungener und ver­filzter Parasiten im peripheren Blute vorhanden waren.

Erwähnenswert ist, daß die Sektion in beiden Fällen außer parenchymatöser Entzündung der inneren Organe eine seröse Durchtränkung der verdickten Pia mater bei starker Füllung ihrer Gefäße ergab, wie sie ähnlich bei Trypanosomiasisl eichen gefun­den wird.

6. Malaria.

Über Malaria, die wie immer den ersten Platz unter den In­fektionskrankheiten einnimmt, sind wesentlich neue Erfahrungen nicht gemacht worden.