Jahrgang 
1902: 1900/1901
Entstehung
Seite
330
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Afrikafonds.

330

Denkschrift

über

die Verwendung des Afrikafonds.

(Drihiilfe M Förderung der uuf die Erschließung Dentral- afrikas und anderer Länder gerichteten wissenschaftlichen Bestrebungen.)

Berichtsjahr 1900/1901.

I. Thätigkeit in den eimetnen Schutzgebieten,

a) Deutsch-Ostafrika.

Die Erforschung der klimatischen Verhältnisse des Schutzgebietes macht unter der Leitung des Regierungs­meteorologen Dr. Uhlig weitere Fortschritte. Durch Ver­fügung des Gouverneurs sollen nunmehr an allen Negierungsstationen regelmäßige Regenmessungen vor­genommen werden.

Der frühere Regierungsmeteorologe Dr. Maurer hat die bisher vorliegenden Ergebnisse der Registririnstrumente in oxtenso in den von der Seewarte in Hamburg heraus­gegebenenDeutschen Ueberseeischen Beobachtungen" ver­öffentlicht. Die Resultate der regelmäßigen Stations­beobachtungen sind bearbeitet und zur Drucklegung fertig. Das Material umfaßt 38 Stationen und nimmt ca. 35 Druck­bogen in Anspruch.

Die Arbeiten der Kivugrenzexpedition nähern sich ihrem Ende. Außer einer genauen Längenbestimmung des Nord­endes des Tanganyika-Sees ist von Hauptmann Herrmann eine Dreieckskette längs des Ostufers des Kivusees bis zur Kirunga - Vulkanreihe fertig gestellt. Hier begegnet die Weiterführung der Arbeiten bis zum Schnittpunkt des 30° ö. G. mit dem 1° s. Br. nach den letzten Nachrichten mancherlei Schwierigkeiten durch die den westlichen Steilabfall von Ruanda bedeckenden schwer passirbaren Bambuswälder, durch das räuberische Verhalten der Eingeborenen und durch den stellenweise großen Wassermangel in den Lavagebieten der Vulkane. Leider hat die Expedition den Verlust ihres Astronomen, des Professors Lamp, zu beklagen gehabt, wie auch die Expedition des Kongostaates von einem ähnlichen Verlust getroffen worden ist.

Die Arbeiten an der großen Karte von Deutsch-Ostafrika im Maßstab 1:300 000 haben erhebliche Fortschritte ge­macht, und es steht zu erwarten, daß bis zum Schluß des nächsten Jahres sämmtliche Blätter des südlichen Theiles des Schutzgebietes bearbeitet sein werden. Mit Rücksicht auf die spätere Herausgabe einer neuen Auflage dieser Karte war es erfreulich, daß die von Dr. Kohlschütter vorgenommene sehr zuverlässige Längenbestimmung von Tabora keine wesentliche Verschiebung dieses Ortes gegenüber den bisherigen Annahmen ergeben hat. Die Länge ist jetzt auf 32° 48' 42" ö. G. festgestellt.