Marshnll-Jnsel».
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Anlage 1^. II
Misslims-Kerichte.
a) Die amerikanische Daston-Mission auf der Insel Uanru.
Bericht des Missionars Delaporte.
Der Berichterstatter und Frau, nebst eingeborenem Hülfslehrer und dessen Frau, kamen wohlbehalten am 9. November 1899 auf ihrem zukünftigen Wirkungskreis an und wurden aufs freundlichste vom Regierungsbeamten und von den Eingeborenen empfangen. Schon am folgenden Sonntag konnte der erste Gottesdienst, in Gegenwart von circa 60 Personen, abgehalten werden.
Durch gefällige Mithülfe des Beamten, Herrn Kaiser, wurde uns bald das nöthige Land für die Missions- gebäulichkeiten zur Verfügung gestellt. Anfangs März 1900 wurde das neue große Schulhaus fertiggestellt, und am 7. März wurde die Schule in Gegenwart von beinahe 1000 Personen durch Herrn Kaiser und den Berichterstatter eröffnet. Die Zahl der Schüler auf der Hauptstation belief sich während der ersten Monate auf 350, worunter die Hälfte Kinder, beträgt aber im Augenblick 195 Kinder und ungefähr 175 Erwachsene.
Am 28. Januar 1901 wurde eine Nebenstation in Eowa, ungefähr vier Meilen von der Hauptstation, eröffnet. Die Zahl der Kinder, welche diese Schule besuchen, beläuft sich auf 51 und die der Erwachsenen auf 40. Die Ge- sammtzahl der Schüler beträgt demnach auf beiden Stationen zusammen 246 Kinder und 215 Erwachsene.
Die Unterrichtstunden sind täglich, mit Ausnahme Montags, in der Hauptschule von 9 Uhr Morgens bis 1 Uhr Nachmittags, und dreimal wöchentlich von 1 bis 4 Uhr Nachmittags in der Zweigschule. Religionsunterricht, Lesen, Schreiben, Rechnen, Geographie, Deutsch, Singen und Nähen waren bis jetzt die Unterrichtsfächer, wir hoffen, bald weitere hinzufügen zu können.
Da Reinlichkeit nicht eine Tugend der meisten Eingeborenen ist, wird fortwährend in der Schule darauf hingearbeitet, den Kindern den Werth der Reinlichkeit verständlich zu machen, und sind schon jetzt unsere Bemühungen mit Erfolg belohnt.
Auch möchte ich auf die Fortschritte mancher Schüler in deren Studien hinweisen. Manche Kinder, welche letzten März keine Ahnung von Lesen oder Schreiben hatten, sind jetzt fähig, mit deutschen und lateinischen Buchstaben zu schreiben und zu lesen.
Im vergangenen Jahre konnte ein kleines Lesebüchlein in der Nauru-Sprache herausgegeben werden, welches nicht allein den Kindern große Freude bereitete, sondern auch eine wesentliche Hülfe für die Schule ist. Da wir noch keine Presse besitzen, mußte dasselbe auf der Schreibmaschine gedruckt werden; aber wir hoffen, in naher Zukunft eine Presse zu erhalten, und können wir dann nach und nach alle Schulkinder mit den nöthigen Büchern versehen.
Im Augenblick wird an einen Nauru-Gesangbuch gearbeitet und hoffen wir, einen Theil desselben bald veröffentlichen zu können. Ferner ist mit der Uebersetzung des Neuen Testaments in die Nauru-Sprache ebenfalls be-