Kamerun.
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Missioils-Serichte.
a) Bericht über die Arbeit der Basier Mission in Kamernn während des Zeitraums vom 1. Juli 1900 bis 30. Juni 1901.
Bericht von Ph. Hecklinger, Missionar der Basier Missionsgesellschaft.
Leider haben wir zum Beginn unseres Berichtes drei Todesfälle zu beklagen. Am 8. September 1900 starb in Bombe die Frau des Missionars Stolz. Am 15. November starb in Mangamba Missionar Lankmeyer am Schwarzwasserfieber. Nur zwei Jahre Wirksamkeit waren ihm beschieden, die er aber treu ausnützte. Den empfindlichsten Schlag aber erlitt die Basier Mission durch den Verlust unseres Vorstandes Missionar Bizer, der am 5. Mai 1901 bei einer Visitationsreise im oberen Mungo ertrank. Seit 1889 hat der Verstorbene mit Treue und Hingebung in Kamerun gearbeitet. — Der Gesundheitszustand der europäischen Missionare ließ im verflossenen Jahr Manches zu wünschen übrig. — Seit 1. Juli vorigen Jahres sind 18 Personen in unsere Reihen getreten, von welchen neun auf ihr altes Arbeitsfeld zurückkehrten, die anderen traten zum ersten Mal in die Arbeit ein. 16 Glieder unserer Mission verließen das Land, um neue Kräfte in der Heimath zu sammeln. Am 30. Juni standen in der Arbeit: 22 ordinirte Missionare, 7 unordinirte Missionare, 1 Missionsarzt, 13 Frauen von Missionaren und 1 Fräulein als Lehrerin.
Im Jahr 1900 sind auf allen neun Stationen zusammen 5t9 Heiden getauft worden, 157 mehr als im Jahr zuvor. Die Gemeinden zählten am 1. Januar 1901 in 150 Ortschaften im Ganzen 2615 Seelen. Im Tauf- unterricht standen 683 Heiden. Im Allgemeinen können wir sagen, daß die Arbeit im vergangenen Jahr sich ruhig weiter entwickelt hat. Dasselbe können wir besonders von unseren beiden ältesten Stationen Bethe! (Kamerun-Stadt) und Bonaberi sagen. Es liegt uns jetzt hauptsächlich daran, die zahlreichen Außenstationen, welche sich beispielsweise bei beiden genannten Stationen auf 45 belaufen, gründlich zu bearbeiten. Aus diesem Grunde liegt es uns auch jetzt nicht daran, zu den vielen Außenstationen noch neue hinzuzufügen, da wir fürchten, daß wir der Arbeit so nicht genügend nachkommen können. Auch verlangen wir von jetzt an, daß diejenigen Ortschaften, welche einen Lehrer wünschen, für den Bau der Kapelle und des Lehrerhauses selbst aufzukommen haben. Haben die Leute nicht so viel Opferfreudigkeit, um für ein einfaches Gotteshaus und ein Lehrerhaus aufzukommen, so sehen wir von Gründung einer Außenstation an einem solchen Ort ab.
Die dritte Station Mangamba zählt am meisten Außenstationen, nämlich 38. Die wenigen Missionare können die Arbeit dort kaum bewältigen, und den Bitten der Leute aus verschiedenen Gegenden um Lehrer können sie vorerst nicht willfahren. Die Pockenepidemie hat in diesem Stationsgebiet arg um sich gegriffen, und eine Anzahl Christen und auch einige unserer Lehrer erlagen derselben. — In diesem Gebiet haben die Sklaven einen „Jsango Ekungang", der die Macht haben soll, die Pocken von einem Dorf fernzuhalten. Auch manche Dörfer der Freien haben sich unter den Schutz dieses Ekungang ge-