Deutsch-Neu-Guinca rc.
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fast werthlos; vor drei bis vier Jahren wird an eine Aufhebung des Verbots wohl nicht gedacht werden können.
Die Schiffsliste enthält für die Zeit vom 1. Februar v.J. bis 31. Januar d. I. elf Aus- und Einklarirungen mit zusammen 1447 Tonnen, darunter befindet sich der Schuner „Santa Cruz" des Kaufmanns D. O'Keefe mit sechs Klarirungen und 553,8 Tonnen; der Flagge nach waren sieben Schiffe amerikanisch, je ein Schiff deutsch, englisch, norwegisch und chinesisch. Der deutsche Postdampfer „München" strandete bei seinem ersten Besuche an der Einfahrt. Ferner wurde Jap von S. M. S. „Seeadler" zwecks Kohleneinnahme angelaufen.
Die Schiffsverbindung mit Europa sowie mit dem Bis- marck-Archipel war sehr schlecht.
Die seltene Verbindung hatte einen Mangel an den nothwendigsten Nahrungsmitteln zur Folge.
Die Reineinnahmen während des Berichtsjahres waren sehr gering. Sie setzten sich zusammen aus Strafen, Gerichtskosten, Eingängen aus Verkäufen aus dem Lager, Lizenzen und Schiffsabgaben. Dazu wird demnächst noch die Abgabe von dem Posten Trepang hinzutreten, der zur Zeit noch in den Palau lagert.
Die Einnahmen erscheinen steigerungsfähig.
« ^ An Weißen befinden sich auf den Marianen nur 3 Deutsche und 3 Spanier. Japaner waren 17 ansässig, Malaien 3, Tagalen 4. Die Zahl der Karoliner betrug 772, die Zahl der Chamorros, der Urbevölkerung des Jnselgebiets, belief sich auf 1330. Im Ganzen hat sich die Bevölkerung von 1938 am 1. April 1900 auf 2132 am 1. April 1901 vermehrt. Die Zunahme betrug mithin 194; der Ueberschuß der Geburten über die Todesfälle betrug 50; die Zuwanderung, die ausschließlich aus Guam stattfand, belief sich auf 144.
bis Dezember) reich an heftigen Stürmen. Am 13. November richtete ein Taifun, der das benachbarte Guam schwer heimsuchte, auf der Südküste von Rota unter den Kokospflanzungen und den leicht gebauten Eingeborenenhütten einigen Schaden an.
Der Gesundheitszustand der Bevölkerung ist befriedigend. Malaria kommt nicht vor. Frambösie ist, namentlich bei Kindern, nicht selten. Auf der Insel Rota wurden seitens des Regierungsarztes vr. Girschner, der sich vier Wochen lang im Jnselgebiet aufhielt, außer den früher schon bekannten zahlreichen Lähmungen ein Lepra- und vier Lupusfälle festgestellt. Auf Vorschlag des Arztes wurde ein die Ansteckung begünstigender Brunnen zugeschüttet und der Verkehr der Lepra- und Lupuskranken mit der übrigen Bevölkerung möglichst eingeschränkt. Die für die Blatternimpfung nöthige Lymphe wurde in Batavia bestellt.
Die Genossenschaft der spanischen Augustiner- Rekollekten unterhält je eine Station auf Rota, Tinian und Saypan. Die Zahl der Gemeindemitglieder wird auf 1944 angegeben.
Die von der Verwaltung eingerichteten Schulen in Garäpan, Tanäpag und Rota wurden in der bisherigen Weise mit eingeborenen Lehrern weitergeführt. Bisher
8) Finanzwesen.
IV. Marianen (Saypan).
a) Bevölkerung.
1») Klima «nd Gesundheitsverhältnisse.
. e Das Jahr 1900 war während der Regenzeit (August
e) Schulen und Missionen.