Deutsch-Neu-G«r»ea rr.
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e) Oeffentliche Arbeiten und Banwesen.
Die Geschicklichkeit und der gute Wille der Eingeborenen Japs ermöglichten es, nach Ablauf der Regenzeit den im vorigen Jahre begonnenen Wegebau ganz erheblich zu fördern. Es wurden Wege in der Länge von 43 üm angelegt, circa 10 lern sind noch im Bau, überall da, wo die Strecke uneben, wurde gepflastert, alle Straßen sind mit Sand oder Kies beschottert. An zahlreichen Stellen war der Bau von Steindämmen erforderlich, besonders in den Man- grovensümpfen; es sind im Berichtsjahre ca. 800 w Steindämme gebaut worden. Kalk wird von den Eingeborenen selbst gebrannt; auch der Versuch, Ziegelsteine zu brennen, ist gelungen, und für die nächsten Monate ist der Bau einer Ziegelei in Aussicht genommen. Fremde Hülfe ist zu allen diesen Arbeiten nicht erforderlich gewesen. Die Soldaten sind so gelehrig, daß sie nach kurzer Unterweisung gröbere Zimmer- und Maurerarbeit allein ausführen und die Eingeborenen dabei gleich anlernen können. Die Eingeborenen haben selbst große Freude an den neuen Wegen. Die Instandhaltung liegt den angrenzenden Dörfern ob; alle zwei Monate wird der Zustand der Straßen, Dämme und Brücken geprüft. Kilometerpfähle sind errichtet.
Die Bebakung des Hafens ist sachgemäß durchgeführt worden. Im inneren Becken wurden außer den bereits im vorigen Jahre gesetzten Baken noch fünf weitere errichtet. Nach Ansicht Sachverständiger empfiehlt es sich, an die Einfahrt noch zwei Schwimmbojen zu legen. Diese Aufgabe wird nach Eingang des benöthigten Materials gelöst werden. An der Nordseite der Insel Blelatsch, dem Sitz des Bezirksamts, ist an Stelle der gebrechlichen kurzen Landungsbrücke ein 49 w langer, 3,s m breiter steinerner Pier bis zum Beginn des Tiefwassers gebaut worden; an der Westseite wurde eine Versammlungshalle für die Eingeborenen errichtet.
An dem Gebäude der Verwaltung sind nur Ausbesserungen nöthig gewesen.
Die Ausgaben für alle diese Arbeiten sind auffallend gering. Die Japer sehen ein, daß die Wege-, Dämme- und Brückenbauten zu ihrer eigenen Bequemlichkeit dienen; sie sind deshalb dankbar, wenn sie für die Arbeiten belohnt werden. Die Verwaltung hat sich das bei den Eingeborenen gebräuchliche Steingeld zu Nutze gemacht und läßt verhängte Strafen mit Steinen bezahlen, die dann neben den üblichen Tauschwaaren zur Ablohnung benutzt werden.
k) Die wirthschaftlichen Verhältnisse.
1. Die Kandwirthschast.
Das verflossene Jahr war, was Jap anbetrifft, sehr schlecht. Weniger der Taifun im November 1899 als vielmehr die abnorme Trockenheit von Januar bis Mai 1900 hat den Kokos- und anderen Fruchtbäumen schweren Schaden zugefügt. Trotzdem dann von Juni 1900 bis Januar 1901 außergewöhnlich viel Regen fiel, haben diese acht Monate doch nicht ausgereicht, die Palmen zu reichlicher Frucht zu bringen, und bis jetzt konnte noch kein Pfund Kopra geschnitten werden. Um die Ernährung der Eingeborenen zu sichern, mußte im März 1900 der Verkauf von Kokosnüssen zur Koprabereitung verboten werden. Eine ganze Reihe von Dörfern ist selbst heute noch gezwungen, ihren Bedarf an Nüssen zu kaufen und es werden immer noch sechs Monate vergehen, ehe der Koprahandel wieder seine alte Höhe erreicht. Es folgt daraus, daß der zum größten Theil sterile Boden Japs viel Regen braucht; wenn an anderen Plätzen die Kokospalme vorzugsweise ihre Nahrung aus dem Boden zieht, lebt sie hier mehr vom Regen. Auch die Palau haben zur selben Zeit unter der großen Trockenheit zu leiden gehabt, während die übrigen Inseln des Bezirks normal geliefert haben.