Jahrgang 
1913: 1910/11
Entstehung
Seite
775
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Generalsanitätsberichte der Kaiserl. Schutztruppe über das Jahr 1910/11. 77^

C. Deutsch-Südwestafrika.

Berichterstatter: Oberstabsarzt Dr. Graf.

1. Krankenbewegung.

Deutsche Militärpersonen.

Zugang:

Die durchschniltliche Iststärke . . 1972,86,

Bestand waren. 54,

Zahl der Zugänge.2008,

Zahl der Behandlungstage .... 18964,

Verhältnis des Zuganges zur Ist­stärke . 101,8%.

Abgang:

als dienstfähig.1894,

gestorben. 2,

anderweitig . 103,

Bestand bleiben .... .... 63.

Der Gesamtkranken Zugang entsprach im allgemeinen dem des vorigen Jahres. Ein mäßiger Aufstieg zu Beginn des Berichtsjahres ist durch die zu dieser Zeit besonders auftretende Malaria bedingt. Die beigegebene Kurve gibt ein Bild des Gesamtkrankenzuganges in den einzelnen Monaten im Verhältnis zur Iststärke und ermöglicht einen Vergleich mit dem der beiden vorhergegangenen Jahre.

Klimatische und Witterungsverhältnisse und die damit in Zusammenhang stehenden Krankheiten.

Höhenlage. Die bis jetzt hauptsächlich besiedelten und die für die Schutztruppe als ständige Aufenthaltsorte in Frage kom­menden Gegenden befinden sich in einer Höhenlage von 720 bis etwa 2000 m. Es handelt sich somit um Höhen, die das dem Durch­schnittsdeutschen abgesehen von den aus Hochgebirgsgegenden Stammenden gewohnte Maß beträchtlich übersteigen.

Die beim Übergang in heimisches Höhenklima bald erfolgende Gewöhnung des gesunden Menschen und die dann eintretenden gün­stigen Einwirkungen auf Vermehrung des Blutfarbstoffgehaltes und der roten Blutkörperchen sind jedoch hier nicht zu beobachten. Viel­mehr gleichen die Wirkungen des hiesigen »Höhenklimas« eher den nachteiligen Folgen, wie sie bei einem längeren Aufenthalt in größe­ren europäischen Höhen etwa von 3000 m ab aufzutreten pflegen. Eine gewisse Anpassung erfolgt im allgemeinen auch hier, jedoch tritt sie viel langsamer ein, besonders bei denen, die in den heißesten Monaten Mitte November bis Februar neu in das Schutzgebiet hinauskommen. Leute mit nur geringer, zu Hause viel­fach kaum feststellbarer Herabsetzung der Leistungsfähigkeit des Herzens gewöhnen sich auch bei Schonung nie recht an die hiesigen Verhältnisse.