Jahrgang 
1913: 1910/11
Entstehung
Seite
559
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Krankendienst.

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Okahandja keine Angaben über die Eingeborenen, die Iststärke der letzteren konnte also aus diesem Grunde keine Aufnahme finden. Ferner ist vom Bezirk Karibib nur ein Verzeichnis der im Privat­krankenhaus verpflegten Weißen, keine allgemeine Nachweisung über alle kranken Europäer des Bezirks eingegangen, und beim Be­zirk Grootfontein konnte nur die Iststärke der Europäer für den Platz Grootfontein und seine Umgebung aufgenommen werden, da nur über diesen Teil des Bezirks eine Nachweisung eingegangen ist, während über den Platz Tsumeb, das über einen Privatarzt verfügt, keine Nachweisung eingegangen ist. Die in beiden Jahren sehr ge­ringen Zahlen der kranken wie gestorbenen Eingeborenen beweisen nur, daß der kleinste Teil der kranken Eingeborenen zur ärztlichen Kenntnis gelangt; ebenso sind die Todesfälle wesentlich höher. Irgendwelche bestimmte Angaben über die Todesfälle der Einge­borenen zu machen, ist leider gänzlich unmöglich, da bisher in kei­nem Bezirk eine Registrierung der Todesfälle stattfand (eine solche ist erst vom I. Januar 1912 ab vom Gouvernement verfügt). Da im Schutzgebiet die ärztliche Versorgung annähernd in derselben Weise geregelt ist wie in der Heimat, so können auch hier in Zukunft nur Statistiken über die Mortalität auf Grund der standesamtlichen Re­gister, soweit es möglich ist, mit ärztlich bescheinigter Todesursache, und Zusammenstellungen der polizeilich gemeldeten Fälle von Infek­tionskrankheiten sobald eine einheitliche Verordnung für das Schutzgebiet besteht ein Bild von der Mortalität und Morbidität der Bevölkerung geben, wie dies auch in der Heimat der Fall ist.

Ist einmal eine ausreichende Anzeigepflicht der Infektions­krankheiten und Volkskrankheiten (z. B. Skorbut, Beri-Beri) für das ganze Land geregelt, so wäre es das beste, die Gesundheitsver­hältnisse des Landes ausschließlich nach den Meldungen über diese Krankheiten und nach dem standesamtlichen Register über die Todesfälle nebst ärztlich bescheinigten Todesursachen zu beurteilen und sich auf diese Angaben zu beschränken. Die mit den jetzigen Versuchen einer weitergehenden Statistik über die gesamte Morbi­dität verbundene Arbeit und Mühe steht in keinem Verhältnis zu dem Ergebnis, das fast keinen Anspruch auf Objektivität machen kann.

17. Tätigkeitsberichte der großen Krankenanstalten.

1. Garnisonlazarett Warmbad.

Behandelt wurden im Berichtsjahre 13 Zivilpersonen mit zu­sammen 189 Behandlungstagen. Davon litten 5 an Masern, 2 an Maltafieber, je 1 an Ruhr, Grippe und Nervenschmerzen im Bein, 3 an leichten Verletzungen. Außer den 2Fällen an Maltafieber, die im Bestände verblieben, sind sämtliche übrigen 11 als geheilt bzw. ge­bessert und nicht mehr der Lazarettbehandlung bedürftig entlassen.