Jahrgang 
1913: 1910/11
Entstehung
Seite
501
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III. Togo. C. Palime.

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Trinken benutzt, da es zu stark eisenhaltig sei. Trinkwasser entnehmen sie dem wenige hundert Meter hinter dem Arzthaus fließenden Ähä, das infolge Verunreinigung der an seinem Ober­lauf liegenden Dörfer keineswegs einwandfrei ist. Aus allen diesen Gründen wurde der Bau einer Wasserleitung ange­strebt. Für eine Wasserversorgung hervorragend geeignet scheint der wenige Kilometer von Palime entfernte Schweinfurthfall, dessen Wasser von den Bergen aus unbewohntem Gebiet kommt. Da das Bassin unmittelbar an der Jo - Kamestraße, an welcher der Schweinfurthfall abstürzt, erheblich höher liegt als Palime, so würde das vorzügliche Wasser unter eigenem Druck nach dort fließen. Als­dann ließen sich auch die offenen Brunnen in Palime unschädlich machen, die als Brutstätten für Anopheles und Stegomyia fasciata eine stete Gefahr für die Einwohner sind. Der Bau der Wasser­leitung vom Schweinfurthfall ist vom Gouvernement auf 60000 Mark veranschlagt worden. Die Kaufleute sind, mündlichen Erklärungen zufolge, um so eher geneigt, die Verzinsung dieser Summe zu garan­tieren, als sie bereits jetzt nicht unerhebliche Gelder an Träger - löhnen aufwenden, um einwandfreies Gebrauchswasser für die Europäer aus einer Felsenquelle bei Misahöhe in großen Korb­flaschen (Demijohns) holen zu lassen. Diese Felsenquelle kommt für die Gesamtwasserversorgung von Palime nicht in Betracht, da die Wassermenge zu gering ist. Außerdem ist sie weiter entfernt von Palime als der Schweinfurthfall. Letzterer hingegen hat nach Mit­teilung des lange Jahre in Misahöhe ansässigen Regierungsrats Dr. Grüner auch in den trockensten Jahren niemals versagt. Seine Wassermenge dürfte auf absehbare Zeit für Palime genügen.

Außer den Firmen kommen für Anschluß an die Wasserleitung in Betracht Arzthaus mit Eingeborenenkrankenhaus, Polizeimeister­haus, die Bahn, welche unter Aufwand erheblicher Unkosten ein Bohrloch vergeblich in beträchtliche Tiefe vorgetrieben hat, Post und Mission. Außerdem würden vielleicht auch einige wohlhabende Eingeborene Anschluß nehmen. Vielleicht würde sich also, ganz ab­gesehen von dem hygienischen Nutzen, außer der Verzinsung auch eine Amortisation des Anlagekapitals erreichen lassen.

4. Kanalisation, Flußregulierung.

Der Ausbau der Kanalisation in Palime wurde im Berichtsjahre fortgesetzt, die Regulierung des Ähäbaches in Angriff genommen.

II. Gesundheitsdienst.

5. Seuchenbekämpfung.

Der ersten Forderung der Tropenhygiene, nämlich Trennung des Europäerviertels von den Eingeborenenhütten, etwa in der Weise, daß man das Eingeborenenviertel auf das westliche Ufer des Ähä ver-