Jahrgang 
1913: 1910/11
Entstehung
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Allgemeiner Teil.

C. Palime.

(Berichterstatter: Regierungsarzt Dr. Sünder.)

I. Allgemeiner Teil.

1. Personal.

Der Dienst des Regierungsarztes in Palime wurde versehen im Berichtsjahre vom i. April bis 3. August 1910 von Dr. Roden­wal d t, vom 3. August bis 23. September provisorisch von Dr. v. Raven von der Schlafkrankheitskommission, welcher zu diesem Zwecke 2 mal in der Woche von Kluto nach Palime kam, vom 23. September bis Schluß des Berichtsjahres vom Berichterstatter. Das übrige Sanitätspersonal bestand aus 3 Farbigen, 2 Heilgehilfen und 1 Gesundheitsaufseher, von denen letzterem die Moskitobe­kämpfung oblag.

2. Sanitäre Einrichtungen.

Da für ansteckende Infektionskrankheiten die nötigen Isolier­gebäude noch fehlten, so wurden die eingelieferten Pockenkranken in schnell errichteten provisorischen Grashütten, die für die herr­schende Trockenzeit genügten, untergebracht abseits des Kranken­hauses im Busch. Für die Regenzeit ist eine anderweitige, gegen Nässe schützende geeignete Unterkunft notwendig.

3. Wasserversorgung.

Die Wasserversorgung von Palime geschieht durch einige zementierte Röhrenbrunnen, durch Auffangen von Regenwasser, ferner durch Entnahme von Wasser aus dem Ähä und dem (in der Trockenzeit versiegenden) Abesanteribach, wenn letzterer Wasser führt. Die Wasserversorgung von Palime ist keineswegs ideal. Einige Firmen besitzen überhaupt keinen Brunnen, sind also ge­nötigt, von einer anderen Firma oder aus dem Bach Wasser holen zu lassen. Eine Firma fängt Regenwasser vom Dach in eisernen Be­hältern auf. Der Brunnen auf dem Arzthausgrundstück ist 15 m tief, die Saug- und Druckpumpe ist im Brunnen angebracht. Als gelegentlich in der Regenzeit die Pumpe versagte und infolgedessen Reparatur notwendig wurde, stellte sich heraus, daß die Pumpe in­folge hohen Grundwasserstandes etwa 1 m tief unter Wasser stand. Der farbige Schlosser mußte also zwecks Vornahme der Reparatur im Brunnen tauchen, was nicht besonders hygienisch und auch nicht sonderlich appetitlich ist. Das Wasser dieses Brunnens wird von den Heilgehilfen zum Kochen und Waschen, nicht aber zum