Volume 
1913: 1910/11
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196
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1. Deutsch-Ostafrika.

Als Narkoticum wurde meist Mischung von Äther und Chloro­form zu gleichen Teilen gewählt, die auch in der Hand von Unge­übten anscheinend keine großen Gefahren für den Narkotisierten hat.

Wasserbrüche wurden mit gutem Erfolge mehrere Male mit Novocain-Adrenalin nach der Braun sehen Methode unempfindlich gemacht.

Unter den an Wasserbruch Operierten waren: 2 Inder, 3 Ba- nyanen, 2 Belutschen, 1 Türke. Die übrigen waren Neger und setzten sich zusammen aus folgenden Stämmen: Wasukuma 4,

Ndengereko2, Msaramo 2, Warufiyi 2, Makua 1, Msegedju 1, Wa- hehe 1, Washambaa 1, Wakutu 1, Manjema 1, Wadoe 1, Wangoni 1, Mnyassa 1, Watnakonde 1, unbekannt 2.

Von den Wasserbrüchen waren rechtsseitig 19, linksseitig 8, beiderseitig 7.

Die Wasserbrüche wurden operiert nach der Methode von Bergmann und Winkelmann. Die Behandlungsdauer be­trug im Durchschnitt 17 Tage. Es wurde mit Rücksicht auf das Krankenmaterial der untere Wundwinkel offen gelassen und drainiert, um eventuell Nachblutungen nach außen zu leiten.

Rückfälle wurden nicht beobachtet.

Die Kranken mit Hodensackelephantiasis setzten sich zusammen aus folgenden Stämmen: Manjema4, Wasaramo 2, Wayao 1, Wase- guha 1, Wakami 1, Watumbi 1, Wabondei 1, Wamera 1, Wagindo 1.

Die schwersten Geschwülste waren 3 mit einem Gewicht von 50 bis 52 Pfund.

Die Heilungsdauer betrug auf den Durchschnitt 42 Tage. Bei den großen Geschwülsten war Operieren im Gesunden nicht möglich. Die Heilung wurde durch Fistelbildung sehr erschwert.

1 Operierter starb in der Narkose (Chloroformnarkose),

1 zweiter einige Tage nach der Operation an Herzschwäche. Die übrigen wurden geheilt entlassen.

Rückfälle von früher hier Operierten kamen nicht zur Beob­achtung.

Unter den Kranken mit Leistenbrüchen waren 6 Manjema,

2 Watumbi, 2 Wasukuma, 2 Wasaramo, 1 Msagara.

Die Operation wurde alle Male nach B a s s i n i ausgeführt. Von den Operierten starb 1 mit sehr großer Hernie, bei welcher das Coecum am Bruchsack lag und in großer Ausdehnung mit dem Bruchsack verwachsen war, an den Folgen der Operation, ein zweiter nach Heilung der Operationswunde an Herzschwäche. Rückfälle wurden 1 beobachtet. Behandlungsdauer war im Durchschnitt 35 Ta ge.

21. Kasuistik.

1. Pocken.

Über eine pockenähnliche Erkrankung unter den Negern in Daressalam berichtet Stabsarzt Dr. E n g e 1 a n d aus dem Sewa- Hadji-Hospital.