Jahrgang 
1913: 1910/11
Entstehung
Seite
14
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I. Deutsch-Ostalrika.

In W i 1 h e 1 m s t a i wurde ein neuer, im Jahre 1910 in Bau ge­nommener Brunnen im Januar 1911 fertiggestellt; er ist 13 m tief, mit roten Ziegeln ausgemauert und liefert durch eine Pumpvorrich­tung gutes einwandfreies Wasser.

N e u - H o r n o w im Usambara-Gebirge ist mit einer Wasser­leitung versehen, die die Firma W i 1 k i n s und Wiese mit einem Kostenaufwande von 30 000 Rupien im Schumewalde erbaut hat.

In M o s c h i wurden die das Trinkwasser liefernden Quellen in einem gemauerten Bassin zusammengefaßt. Die Ansiedler am Kilimandjaro, so klagt Stabsarzt Dr. W ü n n , trinken meist unge­kocht das Wasser, das sie aus den vom Berge herabrinnenden Bächen entnehmen. Da die oberhalb der Siedlungen an den Bächen sitzen­den Eingeborenen stark mit Dysenterie behaftet sind, so ist das Wasser als verseucht anzusehen.

Wie Stabsarzt Dr. J u n g e 1 s aus Kondoa-Irangi be­richtet, wurde im Hofe des Eingeborenen-Krankenhauses ein neuer Brunnen erbohrt, zwei ältere Brunnen in der Station wurden neu aufgemauert und mit einer Pumpvorrichtung versehen.

6. Abfuhrwesen, Latrinen.

a. Europäer.

Latrinen.

In Daressalam sind die Aborte in und an den Europäer­häusern zumeist Wasserklosetts. Aus den gewöhnlichen Brunnen mit Pumpvorrichtung wird durch Umstellung eines Hebels das Wasser durch Handbetrieb in Röhren gedrückt, die in einen Behälter im Dache der betreffenden Anlagen münden. Nur wenige Aborte in Daressalam sind nach dem Tonnensystem angelegt. Das Riesel­wasser wird durch zementierte Kanäle in den Hafen geleitet; diese Kanäle sind so angelegt, daß ihre Mündungen auch bei Ebbe noch vom Seewasser bedeckt sind.

Aborte mit Spülvorrichtung finden sich ebenfalls in Tanga,' K i 1 w a , L i n d i und anderen Orten.

An anderen Orten, wie z. B. Mahenge, Ssongea, S c h i r a t i, bestehen die Aborte der Europäer aus nach dem Tonnensystem angelegten Klosetts, die täglich geleert, gereinigt und öfter desinfiziert werden.

In vielen Orten, wie z. B. ebenfalls in Ssongea, stellen die Europäer in den Baderäumen Nachtstühle auf. Ähnliche Verhält­nisse bestehen auf den meisten Pflanzungen, wo die Aborte z. T. nach dem Tonnensystem angelegt, z. T. in Gestalt von Nachtstühlen vor­handen sind. Anderseits findet man auch Aborte in Gestalt von Gruben, über die ein Holzhaus gebaut ist. Je nach Bedarf wird dies Häuschen dann über eine neue Grube gesetzt und die alte zuge­schüttet.