Allgemeines.
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Für den Neger dienen in der Hauptsache noch Hütten als Wohnungen; sie unterscheiden sich in geschlossenen Ortschaften durch ihre Größe und festere Bauart, da sie auf Jahre berechnet sind, vorteilhaft von den Hütten der im Busche auf ihren Pflanzungen lebenden Neger. Hier sind die Hütten häufig äußerst primitiv, von unsolider, luftiger Bauart, die den Bewohner den mannigfachen Erkäl- tungs- und anderen Krankheiten aussetzt. Wegen des häufig jährlichen Felderwechsels lohnt sich die Anlage fester Hütten nicht; auch ihre Inneneinrichtung ist äußerst primitiv; ein Lager aus Laub und Gras mit Matten, einige Tontöpfe und etliche flache Steine, die abends am Leuer erhitzt das nächtliche Lager wärmen.
4. Verpflegung.
a. Weiße Bevölkerung.
Die Verpflegung der Europäer bietet die schroffsten Gegensätze, wenn auch im letzten Jahre ein bedeutender Aufschwung in der Richtung verbesserter Verpflegung sich geltend gemacht hat. Am schlechtesten steht wohl in den Verpflegungsverhältnissen in jeder Beziehung der Ort Lindi; hier sind die Europäer im allgemeinen auf Konserven angewiesen. Frisches Gemüse fehlt fast gänzlich, ebenso Schlachtvieh. Hühner und Ziegen sind schlecht und teuer. Nur Fische gibt es stets frisch.
Im Hauptorte der Kolonie, in Daressalam, können die Verpflegungsverhältnisse gut genannt werden. Frisches Gemüse wird in vielen Hausgärten angepflanzt, auch sorgt ein Chinese sowie die katholische Mission einen Teil des Jahres hindurch für die Versorgung der Bevölkerung mit frischem Gemüse; europäische Kartoffeln werden von Nairobi und Morogoro nach Daressalam gebracht; ein europäischer Schlächter versorgt die Europäer täglich mit frischem Fleisch (Rind, Kalb, Schwein, Hammel) und zweimal wöchentlich mit frischer Wurst; die Fabrikate der Wurst- und Konservenfabrik der Domäne Kwai in Westusambara erfreuen sich ebenfalls großer Beliebtheit. Ein Syrer hält Fleisch auf dem Markte feil. Zwei Bäckermeister (Europäer) sorgen täglich für frische Backwaren, eine seit Jahren bestehende Bierbrauerei versorgt Daressalam und die Kolonie mit guten Biersorten, die bekömmlicher sind als die schwereingebrauten Exportbiere, und mit einwandfreiem Sodawasser.
Ähnlich günstige Verhältnisse bestehen in anderen Orten. In Kilimatinde haben sich die Verhältnisse gebessert, frisches Fleisch und Gemüse ist jetzt dort erhältlich ; in T a b o r a gibt es ebenfalls ausreichend frisches Fleisch und Gemüse, nur über den Mangel an europäischen Kartoffeln wird geklagt. Die höher gelegenen Ortschaften stehen in bezug auf die Verpflegung am günstigsten, so gibt es in M ahenge stets frisches Fleisch, alle Sorten von