Allgemeiner Krankheitszustand. Statistisches. Spezieller Krankheitsbericht. 423
nier, 3 Krankheitsfälle bei einem Holländer und 5 Japaner, ferner 15 Cliamorros, 19 Palau, 15 Mogmog bzw. Oleai, 11 Tobi bzw. Son- seroll, 5 Ponape, 1 Malaie, 3 Chinesen und 470 Japleute. Europäer sind nicht gestorben.
Im Bestand blieben 36 Kranke.
IV. Spezieller Krankheitsbericht.
1. Infektionskrankheiten und allgemeine Erkrankungen.
a. Ruhr.
Die letzten Ausläufer der im Dezember und Januar des vorigen Berichtsjahres herrschenden Dysenterie machten sich noch bis Juni 1908 bemerkbar. Seitdem ist ein neuer Ruhrfall nicht bekannt geworden. — Drei verspätete Fälle tauchten plötzlich in einem entlegenen Dörfchen auf, zwei Kranke konnte ich noch ins Hospital schaffen, der dritte, ein Knabe, lag schon im Sterben, als ich ihn sah. Auch ein zweiter Knabe starb. Bei den anderen drei im Hospital behandelten Ruhrpatienten handelte es sich um sporadische Fälle, deren Herkunft unbestimmbar war. Der letzte war ein Europäer, dessen Erkrankung plötzlich mit einer lästigen Darmblutung einsetzte. Gelatineabkochungen innerlich und Tanninklistiere, die meist gut vertragen wurden, führten schnelle Heilung herbei.
b. Malaria.
Die dem Inselgebiet sonst fremde Malaria ist mit 11 Fällen vertreten, sämtlich in Neu-Guinea akquiriert. Es handelte sich um die tropische Form. Man konnte bei allen von einer chronischen Malaria sprechen; in ganz unregelmäßigen Intervallen trat das Fieber auf. Bei einem Ponapemann sollen epileptiforme Krämpfe beobachtet sein, im Hospital wiederholten sie sich nicht. Chinin wurde gut vertragen. Da die meisten Kranken Jap verließen, wurden sie als ungeheilt entlassen aufgeführt. — Durch diese Inversion einer Reihe Malariakranker wird die Frage nahe gebracht, ob die Malaria in unser Mikronesien hineingetragen werden und festen Fuß fassen kann. Zum Glück wird man diese Frage verneinen dürfen; was bis jetzt die Anopheles von uns fern gehalten hat, weiß ich nicht, gute Bedingungen für ihre Fortpflanzung fänden sie genug. Und Malaria unter den hiesigen Inselvölkern bedeutete deren völlige Vernichtung.
c. Tuberkulose.
Schon genug wütet eine der anderen Menschenseuchen, die Tuberkulose. Auf Grund von Untersuchungen und Beobachtungen — Stuhl und Blut ergaben nie anderweitige parasitologisclie Resultate — muß ich die von den Japleuten „safrit“ genannte Erkrankung der Wirkung des Tuberkelbazillus zuschreiben. Leider stehen mir keine Sektionsbefunde zur Seite, da die Obduktion von den Anverwandten