Jahrgang 
1910: 1908/09 / hrsg. vom Reichskolonialamt
Entstehung
Seite
396
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V. Deutsch-Neu-Guinea. C. Kaiser-Wilhelmsland.

Die durchschnittliche Arbeiterzahl bei der Neu-Guinea-Compagnie in Friedrich-Wilhelmshafen, Jomba und Modilion betrug 405; die Zahl der Gesamtverpflegungstage 148 214. Es erkrankten im Laufe des Jahres 425 = 104,9 % mit 7428 = 5 % Krankentagen und 17 = 4,2 % Todesfällen. Auf die einzelnen Arbeiterklassen verteilen sich diese Zahlen folgendermaßen:

Chinesen

Arbeiterzahl ... 22

Krankenzahl . . . 49 = 222,7°/ 0

Gesamtverpflegungs­tage . 8030

Krankentage . . . 471 = 5,9°/ 0 Todesfälle. . . . 4 = 18,2°/ 0

Malaien

40

91 = 227,5 % 14 600

2620 = 17,9% 3 = 7,5%

Melanesen

343

285 = 83,1%

125 584 4337 = 3,5% 10 = 2,9 %

Für die chinesischen und malaiischen Arbeiter ergibt sich dem­nach ein sehr ungünstiges Verhältnis. Es waren meist Arbeiter, die frisch ins Land kamen. Teilweise, besonders an Malaien, war ein sehr elendes unfähiges Material hergeschickt worden. Wenn sich unter Chinesen und Malaien bei längerem Aufenthalt die Gesundheitsver­hältnisse auch zu bessern pflegen, so ist es doch nicht ratsam, sie die Mehrzahl der Arbeiter bilden zu lassen. In gesundheitlicher Be­ziehung sind die Eingeborenen von Kaiser Wilhelms-Land, dann die des Bismarck-Archipels die geeignetsten Arbeiter für die Plantagen.

Im ganzen fanden im Berichtsjahre im Arbeiterhospital Auf­nahme: 637 Kranke mit 11 488 Behandlungstagen und 28 4,4 % Todesfällen.

In Tabelle I ist unter 2 und 10 die durchschnittliche Arbeiter­zahl aufgeführt, wobei zu berücksichtigen ist, daß das Material als solches ein stark wechselndes ist. Unter 3 und 11 findet sich die Zahl der Kranken in jedem einzelnen Monat, während die Zahl der Kran­ken im Laufe des Jahres für das Bezirksamt und die N. G. Co. in Friedrich-Wilhelmshafen aus Tabelle II hervorgeht.

Der höchste Zugang ist im Mai, der niedrigste im Februar zu verzeichnen. Wie sich die Zahlen auf die einzelnen Arbeiterklassen verteilen, ist aus der Tabelle ersichtlich. Der durchschnittliche Be­stand am Beginn des Monats betrug 29,4; der durchschnittliche Zu­gang im Monat 50,3. Entlassen wurden im Monat durchschnittlich 47, heimgesandt 1,8 und es starben durchschnittlich 2,25. (Tabelle III.)

Tabelle IV gibt eine Aufstellung darüber, wie sich die im Hospital behandelten Krankheitsfälle auf die einzelnen Krankheiten verteilen und wieviel Krankentage und Todesfälle auf diese entfielen.

VI. Kasuistik der Eingeborenenerkrankungen.

a. Malaria.

Von 637 Kranken mit 11488 Behandlungstagen entfielen auf Malaria 110 = 17,2 % Fälle mit 1026 = 8,1 % Krankentagen und 2 Todesfällen. Die beiden Todesfälle betrafen Malaien von dem neu-