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V. Dentseh-Neu-Guinea. ü. Kaiser-Wilhelmsland.
C. Kaiser-Wilhelmsland.
(Berichterstatter: Begierungsarzt Dr. Hoff mann.)
I. Allgemeine Gesundheitsverhältnisse unter den
Europäern.
Im ganzen sind die Gesundheitsverhältnisse als befriedigende zu bezeichnen. Malaria und Schwarzwasserfieber spielen nach wie vor die Hauptrolle bei den Erkrankungen der Europäer.
An eine Ausrottung der Malaria ist aus den in früheren Jahresberichten angeführten Gründen vorerst nicht zu denken. Es ist aber unverkennbar, daß die Verhältnisse sich mit der vorschreitenden Kultivierung bessern. Ob ein dauernder Aufenthalt von Europäern in einer tropischen Kolonie unter Erhaltung voller Leistungsfähigkeit überhaupt möglich ist, ist sehr zweifelhaft. Hier, wo jeder der Malariainfektion ausgesetzt ist und mehr oder weniger häufig auch infiziert wird, ist ein längerer Erholungsurlaub in europäischem Klima nach mindestens drei Jahren notwendig. Nur wenige werden diese Zeit ohne vorübergehenden oder dauernden Schaden für ihre Gesundheit überschreiten können. Es ist daher als unzweckmäßig zu bezeichnen, wenn in letzter Zeit, wohl nur aus materiellen Gründen, von Pflanzungs- und Handelsgesellschaften vierjährige Kontrakte geschlossen werden.
Die Verpflegungsverhältnisse im letzten Jahre sind für das Hospital und auch für die Station ungünstiger geworden. Die früheren, regelmäßigen Schlachtungen, ein- bis zweimal in der Woche, haben fast ganz aufgehört; sie erfolgen nur unregelmäßig und in längeren Zwischenräumen. Die Jagd auf Tauben wird immer weniger ergiebig; Fische werden nur selten geliefert. Vom Postdampfer, alle 14 Tage, ist nicht immer frisches Fleisch zu erhalten. Dabei steigt im Lager der Neu- Guinea-Compagnie der Preis für Konserven und sonstige Lebensmittel ständig. Die Lebenshaltung wird hier also nicht, wie man eigentlich erwarten sollte, mit der Zeit immer besser und billiger, sondern im Gegenteil schlechter und teurer.
Die WohnungsVerhältnisse in Friedrich-Wilhelmshafen haben sich in letzter Zeit gebessert. Einige neue, zweckmäßigere Häuser für die Beamten der Neu-Guinea-Compagnie sind erbaut worden. An der Zuschüttung der Sümpfe auf der Station wird vom Bezirksamt und der Compagnie weitergearbeitet. Es wird aber wohl noch geraume Zeit dauern, bis darin das nur Nötigste getan ist. Eine völlige Ausrottung der Moskitos wird sich hier inmitten der Pflanzungen wohl nie erreichen lassen. Aber in der Verminderung könnte von jedem einzelnen mehr geschehen als bisher. Vor allem wäre eine zweckmäßigere Anlage der Wassertanks am Hause zu erstreben und eine größere Reinhaltung der Umgebung der Häuser,