Jahrgang 
1910: 1908/09 / hrsg. vom Reichskolonialamt
Entstehung
Seite
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III. Teuro. A. Lome.

9. Mifsbildungen.

Von Mißbildungen wurden beobachtet:

1. Defectus vaginae mit einer über faustgroßen derben Ge­schwulst (Haematosalpinx) links vom Uterus bei einem sonst normal entwickelten Mädchen von etwa 17 Jahren.

2. Eine linksseitige Gaumenspalte bei einem ßjälirigen Kinde.

3. In zwei Fällen überzählige Finger, ausgehend vom Grund­glied beider kleinen Finger und zwar einmal nur in Form warzen­förmiger Ansätze, einmal als ein Nagelglied.

4. Ein Fall von Fistula auris congenita vor dem Helix. Diese Fisteln, meist beiderseitig, sind sehr verbreitet, werden selten Gegen­stand ärztlicher Behandlung, wenn das sezernierte, milchige Sekret übelriechend ist.

V. Statistik, a. Europäer.

Gesundheitsverhältnisse der Europäer waren günstig. Es kamen v. bei einem Durchschnittsbestand von 152 Europäern (Männer 125, Frauen 25, Kinder 2) 403 Krankheitsfälle zur ärztlichen Behandlung. 78 waren Zugang von außerhalb.

Auf die einzelnen Berufsklassen verteilen sich diese:

Männer

Frauen

Kinder

Kaufleute.

98

C»

1

Missionare .

15

35

4

Beamte.

110

13

Angestellte der Verkehrsanlage . .

1

Sonstige.

18

2

i

Auswärtige.

78

Summe . .

438

37

6

481

Die Kinder der Europäer entwickelten sich nicht günstig. Sie waren meist ausgezeichnet durch hochgradige Blässe der Haut, hatten öfters mit Verdauungsstörungen zu kämpfen.

Im Königin Charlotte-Krankenhaus wurden verpflegt: 77 Kranke mit 1101 Verpflegungstagen. Die höchste Belegzahl betrug 7 (alle verfügbaren Betten), die Durchschnittsbelegzahl 3.

Von den 7 Todesfällen wurden 4 durch tropische Krankheiten im engeren Sinne, 3 durch andere Krankheiten verursacht. 5 fallen Togo zur Last (einer kam krank von Kamerun, einer von Deutsch­land).

Über die ersten zwei Todesfälle schreibt Dr. L i e b 1 :

1. Malaria haemorrhagica perniciosa. Der Fall betraf einen jungen Fisenbalinangestellten, welcher schon im Vorjahre 2 Malariatieber hatte.