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I. Deutsch-Ostafrika.
eröffnet, jedoch wurde der Arzt erst Anfang Januar 1909 dort stationiert.
Die Besuchsfrequenz war in diesem Jahre bedeutend höher als im Vorjahre.
In der Zeit vom 1. April bis Ende September wurde das Sanatorium von 23 Gästen besucht. Davon waren 5 mit zusammen 19 Verpflegungstagen mit voller Verpflegung, da das Sanatorium bis zum 8. 4. 09 geöffnet war. 18 Gäste entrichteten 2 Rupien Wohnungsmiete mit zusammen 72 Aufenthaltstagen. Von diesen waren 2 zur Erholung, 16 Durchreisende oder zu dienstlicher Verrichtung hier.
Während der Saison vom 1. Oktober 08 bis April 09 wurde das Sanatorium besucht von 37 Durchreisenden mit 69 Aufenthaltstagen, 1 dienstlich anwesenden mit 3, und 64 Kurgästen mit 1285 Verpflegungstagen gegenüber 12 Durchreisenden mit 20, 6 dienstlich anwesenden mit 108 und 48 Kurgästen mit 856 Verpflegungstagen des Vorjahres. Von den 64 Kurgästen waren 29 Männer, 23 Frauen, 6 Kinder Deutsche, 2 Männer, 2 Frauen, 2 Kinder Ausländer.
Von den 29 männlichen Kurgästen waren 4 Gouvernementsbeamte, 3 Schutztruppenangehörige, 2 von der Marine.
Die in der Saison zum Kuraufenthalt anwesenden 64 Gäste verteilen sich so, daß bis Anfang Dezember 1 Gast hier war, alle übrigen auf die Monate Dezember bis März. Die große Zahl der Kurgäste ging der heißen Zeit an der Küste aus dem Wege, einige mit allgemeinen nervösen Erscheinungen suchten Genesung im Höhenklima. Der Erfolg des Aufenthalts war stets zufriedenstellend. Sehr gut war die klimatische Wirkung bei Säuglingen, welche an der Küste fortgesetzt an Darmstörungen gelitten hatten.
d. Sewa-hadji-Hospital Daressalam.
(Berichterstatter Stabsarzt Greisert.)
Im Berichtsjahre sind 539 farbige Zivilpersonen mit 19 632 und 534 Askari mit 6963 Behandlungstagen im Sewa-Hadji-Hospital ärztlich behandelt worden, so daß sich eine Durchschnittsbelegung des Hospitals mit 30 Kranken und für jeden Kranken durchschnittlich 25 Behandlungstage ergeben.
Außerdem suchten 3389 Eingeborene mit 25 857 Behandlungstagen, sowie 512 Askari mit 4963 Behandlungstagen die Poliklinik auf.“
3. Kasuistik.
Rose.
Der Stationsarzt von L i n d i (Oberarzt Dr. L u r z ) berichtet über einen durch seine Entstehung interessanten Fall von Erysipel: „Ein Fall von Erysipelas bnllosum ist wegen seiner Entstehung interessant. Ein Inder wurde von dem Safte eines Käfers, den die Eingeborenen Mtundira nennen, an der linken Nackenseite bespritzt. Einige Tage nachher erkrankte der Inder unter Fieber 40°; bei meiner Ankunft war die ganze linke Nacken- und Kopfseite gerötet und geschwollen; auf