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Der Dortrupv
9 . Jahrgang ^20
Nr. ^
>. Juniheft
Der Vortrupp und die Teuerung.
Hamburg, den ^9. Mai 192«.
In der vorigen Nummer gaben wir eine Neihe von Äußerungen des „Runstwart" über die furchtbare Notlage wieder, in die die deutschen Zeitschriften infolge der immer noch steigenden Entwertung des deutschen Geldes geraten sind, die sich im praktischen Leben als andauernde rasende Steigerung aller Preise und Löhne ausdrückt. Der „Runstwart" spricht dort ja auch über die Folgerungen, die er für sich aus dieser Lage zieht.— Namentlich in den letzten Monaten und Wochen ist die Not der deutschen Zeitschriften ins geradezu Ungeheuerliche gestiegen. Man mache sich einmal klar, was es zum Beispiel bedeutet, wenn jetzt die Druckereien (ihrerseits wieder infolge der immer noch stürmisch und ganz unberechenbar steigenden Arbeitslöhne und Materialienpreise, die sie selbst zu zahlen haben) überharrpt davon absehen müssen, irgendeinen Druckauftrag zu einem bestimmten Preise zu übernehmen: sie arbeiten jetzt nur noch so, daß sie von vornherein erklären, sie könnten das, was sie für einen Druckauftrag berechnen müßten, erst angeben, nachdem der Druckaustrag ausgeführt sei (denn erst dann kennten sie ihre eigenen Selbstkosten). Das bisherige Ergebnis dieses Verfahrens ist bereits schon wieder mehr als eine Verdoppelung der ohnehin schon riesigen Druckkosten von Ende l 9 l 9 »
Das Jahr ^9^9 hatte — vermöge der außergewöhnlich guten Wirtschaft unsres Verlegers — für den „Vortrupp" mit einem Verluste von nur ^ 270 Mark geschlossen; infolge jener seit Jahresbeginn 1920 neu eingetretenen Erhöhung unsrer Herstellungs- und Vertriebskosten würde uns aber, wenn wir den Betrieb des „Vortrupp" zu dem bisherigen Bezugspreise fortsetzten (mit dem der „Vortrupp" in den letzten Monaten die billigste deutsche Zeitschrift gleicher Art und gleichen Umfanges gewesen ist) trotz inzwischen gestiegener Bezieherzahl das Jahr 1920 einen Verlust von mindestens 70 000 Mark bringen*). Es
*) Also 1920 gegen 1919 ein Mehrverlust von sicher über 58 000 Mark; s 0 entstehend, daß im Jahre 1920 gegen I 9 t 9 die Unkosten um über 68 000 Mark höher sind, die Einnahmen dagegen sich um höchstens 10 000 Mark vermehren würden. — Ich möchte hervorheben, daß sich in den Unkosten kein Pfennig Arbeitsentschädigung für den Herausgeber und den Verleger des „Vortrupp" befindet, die seit Gründung des „Vortrupp" stets umsonst gearbeitet haben.
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