Jahrgang 
1920: 1920
Entstehung
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Der Vortrupp

d. Jahrgang ^^0 Nr. ^ ^ Januarheft

Der rechte Mann an den rechten Platz!

Mit Bangen, aber doch mit Hoffen waren wir in das Jahr ^9^9 hinein-- getreten: wir hofften auf einen glimpflichen Frieden, und daß Ruhe im Lande werde, daß unser Volk in allen seinen Gliedern sich aufraffe zu ernster Arbeit. Und wer sich zu solchem Hoffen nicht aufschwingen konnte, der sagte in Ergebenheit: Viel schlimmer kam: es nicht werden. Auch darin wurde mancher enttäuscht, als die Friedensbedingungen bekannt wurden, als in den Großstädten der Aamxs wütete, das Streikfieber überall und immer wieder ausbrach, die allgemeine Unsicherheit wuchs, die Ar­beitsleistung in erschreckender Weise abnahm, die Vergnügungssucht und Spielwut, Jobberei und Schleichhandel Formen und Ausdehnungen ge­wannen, wie man sie früher nicht für möglich gehalten hatte. Es ließe sich ja noch viel mehr derartiges anführen; jeder kennt sie, dieseZeichen der Zeit"!

So läßt denn das Jahr ^9^9-keine freundlichen Erinnerungen in uns zurück. Selbst diejenigen unserer Leiter und Lenker, die zur Jahreswende glaubten, nun seien die Riegel gesprengt und die Tore geöffnet, die der Freiheit und der Gerechtigkeit die Wege versperrt hätten, selbst diese sehen sich enttäuscht. Einer ihrer festesten sprach die Worte:

Wir haben die schönsten Freiheiten aus dem Papier stehen. Diese in die Wirklichkeit umzusetzen, ist nicht Sache der Regierung, sondern des Volkes selbst. Das Maß der revolutionären Errungenschaften, das ein Volk sich sichert, hängt von seiner politischen Reise ab. Aber viele haben die Revolution zu einer Lohnbewegung herabgewürdigt. Für- Hunderte und Tausende war die Revolution nur eine Gelegenheit zürn Stehlen ..."

Tiefen Eindruck soll es aus die Berliner Vertrauensleute der Mehr- 'heitssozialisten gemacht haben, als er dann das harte Wort hinaus- schleuderte:

wenn ich nicht ein so unverbesserlicher Optimist wäre, spuckte ich, nach den Erfahrungen, die ich machte, aus die ganze Menschheit."

Es zeigte sich eben, daßder Unterschied zwischen Freiheit und Frei­heiten so groß ist, wie zwischen Gott und Göttern". Das Band, das unser Volk zusammenhielt, das uns zu einer Einheit führte, wie nie zuvor, rs war zerschlissen und zermürbt durch die jahrelange Not; es zerriß. Dann wuchs riesengroß und verderblich der Eigennutz aus, der sich sein Teil Frei heiten vorwegzunehmen strebte, unbekümmert um diejenigen, die nun

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