Der Vortrupp
^0. Jahrgang Nr. 5 Märzheft
Kann der „Vortrupp" erhalten werden?
Hamburg, den i. März 1921.
Schon seit langem waren wir gezwungen, hier immer wieder auf die schwere wirtschaftliche Gefahr hinzuweisen, in die durch die Not der Zeit, nämlich durch die furchtbare Geldentwertung, auch der „Vortrupp" geraten ist. Diese Notlage hat den „Vortrupp" jetzt vor die klare Existenzfrage gestellt. Und zwar ist dies der Fall, obwohl der „Vortrupp" eine stattliche Bezieherzahl hat, und obwohl sich unser Anzeigenwesen in ersichtlichem Aufschwung befindet. Denn die Einnahmen aus den Bezieher- und Anzeigen- geldern werden doch von den riesenhaften Unkosten des Betriebes in dieser Zeit der äußersten Geldentwertung weit überstiegen; ja diese Unkosten, von denen hier nur die ganz ungeheuerlichen Druckpreise und die Gehälter erwähnt werden mögen, steigen andauernd wesentlich schneller, als jene Einnahmen. Hatte das Jahr 1949 mit einem Verlust von n 270 Mark geschlossen, so beträgt der Verlust im Jahre 1920 über 36 oov Mark (sogar über Hi vvv Mark unter Linrechnung des Kursverlustes an Kriegsanleihen, die zum Betriebsvermögen gehörten und flüssig gemacht werden mußten); das Jahr 1921, das vor allem wieder eine Verdoppelung des Gesamtbetrages unserer Gehälter gebracht hat, würde nach dem Voranschläge einen Verlust von etwa 100 000 Mark bringen. Das sind wirtschaftlich unmögliche Zustände; die Fortsetzung des Unternehmens auf solcher Grundlage wäre wirtschaftlicher Wahnsinn.
Unmöglich ist eine weitere Erhöhung des Bezugspreises. Zwar ist der gegenwärtige von 12 Mark für das Vierteljahr tatsächlich viel zu niedrig. In Ansehung der Geldentwertung entspricht er nur einem Preise von einer Mark bis einer Mark zwanzig Pfennig vierteljährlich vor dem Kriege. Mit einem Bezugspreise von fünfundzwanzig Mark für das Vierteljahr, der angesichts der jetzigen Geld Verhältnisse der gebotenen Leistung entsprochen hätte, wäre der „Vortrupp" zu halten. Unsere Leserschaft aber, die sich durch-