Der Vortrupp
6. Jahrgang
Nr. 22
^6. November M?
AneHSMdßreael. Verfügungen über die Einschränkung des
^ ^ Papierverbrauches sind wir, wie alle anderen Zeit
schriften, gezwungen, den Umfang zu beschränken. Damit wir den Inhalt nicht wesentlich zu kürzen brauchen, lassen wir den „Vortrupp" jetzt in kleinerem Druck erscheinen.
Schriftleitung und Verlag des „Vortrupp".
Kritik.
Berlin, den jO. November jyjr.
Im September hat sich bekanntlich eine Vereinigung gebildet, die sich den Namen „Deutsche Vaterlandspartei" beigelegt hat. Hier sollen untersucht werden: ihre Ziele, ihre Methoden, ihre Wirkung.
Ihre Ziele.
Die Urkunden, woraus die Ziele ersichtlich sind, sind im wesentlichen drei: Der erste Aufruf der Partei vom 2. September, -er Bericht über ihre erste Tagung vorn 2H. September, der zweite Aufruf vom s2. Oktober. Diese Urkunden zitiere ich in dem Wortlaute, wie er sich in den Morgenausgaben der „Deutschen Tageszeitung" vom 9. September, 25. September, s3. Oktober findet, wo er, weil die „Deutsche Tageszeitung" die Ziele der neuen Partei auf das wärmste unterstützt, zweifellos richtig wiedergegeben ist. Beim Zitieren bezeichne ich die drei Urkunden in ihrer zeitlichen Reihenfolge mit den drei römischen Ziffern I, II, III; soweit noch andre Quellen in Betracht kommen, führe ich die besonders an.
Das Ziel der „Vaterlandspartei" ist, kurz zusammengefaßt, dieses: der Kampf gegen die Mehrheit des Deutschen Reichstages.,,^
„weite Kreise des deutschen Volkes stimmen mit der Stellungnahme der gegenwärtigen Reichstagsmehrheit zu den wichtigsten Lebensfragen des Vaterlandes nicht überein (I)."
„Schon spricht man von der Zersetzungspartei, die die Mehrheit des Reichstags zersetzen will. Ja, wir wollen aufdecken, daß die Mehrheit vom jg. Juli innerlich zerfallen ist, daß die Urheber des erneuten Friedensangebots die irregeführte Gefolgschaft immer mehr verlieren, wir wollen zeigen, wo die wahre Mehrheit des deutschen Volkes steht!" (III).
Und zwar richtet sich der Angriff der „Vaterlandspartei" auf die Reichstagsmehrheit gegen zwei Punkte: einmal gegen die Friedenskundgebung vom jtz« und sodann gegen die Stellung der Reichstagsmehrheit zur inneren Neuordnung.
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