Jahrgang 
1917: 1917
Entstehung
Seite
193
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6. Jahrgang

Nr. 7

1. April W?

Frühling.

Berlin, den 2 ^. März l 9 N.

Heute ist Frühlingsanfang

In Nr. H desVortrupp" von diesem Jahre las ich einen Feld­postbrief, den die Schriftleitung dort hat abdrucken lassen. Ich wieder­hole ihn hier:

... Lin sehr großer Teil meiner Kameraden im Felde beschäftigt sich häufig mit der bangen Frage: wie wird es nach dem Kriege? wird es in Deutschland politisch vorwärts gehen, oder wird sich der deutsche Michel wieder die Zipfelmütze über die Ohren ziehen und von neuem schlafen legen? was aus den von uns besetzten feindlichen Ge­bieten wird, ist eine Frage, die tatsächlich wohl für viele Kriegsteil­nehmer weit in den Hintergrund tritt, und auch die Frage der Kriegs­kostenentschädigung und Schuldentilgung verschwindet hinter der Sorge um das innerpolitische Wohlergehen des deutschen Volkes.

Aller Voraussicht nach wird ja der Krieg ein für uns günstiges Ende haben. Da liegt dann die Gefahr sehr nahe, daß an dem bis­herigenSystem", das sich jabestens bewährt" hat, nicht nur nichts geändert wird, sondern daß sogar Reformen rückschrittlicher Natur eingeführt werden."

Lin sehr großer Teil meiner Kameraden im Felde." viele, die die Stimmung an der Front kennen, bestätigen, daß der Schreiber jenes Feldpostbriefes diese Stimmung richtig sieht.

Auf die Frage wird Antwort gegeben, Antwort in dreifacher Stei­gerung, durch drei Reden des Kanzlers.

Bis Mitte März standen schon die beiden ersten Stufen der Ant­wort; der Kanzler hat diese beiden Stufen gebaut in seinen^Reichstags- reden vom 28. September und vom 27. Februar jyl?.^Die Worte daraus, die ich meine, sind diese:

vom^28.^September:

Die gewaltigen Aufgaben, die auf allen Gebieten des staatlichen und sozialen, des wirtschaftlichen und politischen Lebens unser harren, bedürfen zu ihrer Lösung aller Kräfte, die in unserm Volke leben. Line Staatsnotwendigkeit, die sich gegen alle Hemmungen durch­setzen wird, ist es, diese Kräfte, die d a sind, im Feuer geglüht, die nach