Jahrgang 
1917: 1917
Entstehung
Seite
161
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Der Vortrupp

6. Jahrgang Nr. 6 >6. März W7

Nüchternheit und Naßhaltung.

Berlin, den 10 . März 1917 .

Iin August 1916 hatte der Professor Troeltsch in der Zeitschrift Das neue Deutschland" einen Aussatz veröffentlicht, den derVor­trupp" aus meine Veranlassung in Nr. 16 vorn vorigen Jahre in den wichtigsten Stücken abgedruckt hat. Der Aussatz steht dort aus den Seiten 508510, ich empfehle, ihn jetzt einmal wieder nachzulesen.

Troeltsch spricht da unter anderm von dem, durch unsre Reichs­leitung bekundeten,Geist grundsätzlicher Nüchternheit und Maß- haltung", ohne denes niemals aus absehbare Zeit einen Frieden geben wird". Dieser Geist der Nüchternheit und Naßhaltung hat Anstürme von links und von rechts zu bestehen:

Vonlinks:

Es ist ein Mangel an Nüchternheit, wenn jemand Tatsachen nicht sehen kann oder nicht sehen will, die sind :

Die grundlegende Tatsache, von der der gegenwärtige Augenblick bestimmt wird, ist die, die der Kanzler in seiner Reichstagsrede vom 27. Februar in die Worte gefaßt hat:

Bei unseren Feinden aber war die verbissene Ariegsleidenschaft ihrer Nachthaber stärker als der Schrei der Völker nach Frieden."

vor dieser Tatsache verschließt sich künstlich, wer die Kriegskredite ablehnt, wie es die Sozialdemokratische Arbeitsgemeinschaft am 23. Fe­bruar getan hat. wie wenig ein solches Verhalten aus dem Wege liegt, der zum Frieden führt, das hat ungemein treffend der Reichstags­abgeordnete Dr. Ludwig Haas in den folgenden Worten gezeigt, die er in der Morgenausgabe des Berliner Tageblattes vom 27. Februar an den damaligen Sprecher der Sozialdemokratischen Arbeitsgemein­schaft, den Abgeordneten Ledebour, gerichtet hat:

Auch Ledebour wird keine beruhigende Antwort daraus geben können, was die Folge wäre, wenn der Reichstag die Nittel zur Fort­führung des Arieges nicht bewilligt hätte. Vielleicht hätte die Deutsche Reichsregierung mit Zustimmung des deutschen Volkes in Waffen, das Patronen braucht, solange die Andern schießen, sich das Geld ohne

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