Der Vortrupp
6. Jahrgang Nr. H ^6. Februar W7
lvarum wir vertrauen.
Berlin, den ^0. Februar l9l?.
Am Februar haben wir den uneingeschränkten V-Boots-Krieg begonnen: wir haben bestimmte Teile des Meeres zu „Sperrgebieten" erklärt, innerhalb deren „jedem Seeverkehr ohne weiteres mit allen Waffen entgegengetreten werden" wird.
Die Urkunden, aus denen heraus dieser Schritt beurteilt werden muß, sind vier an der Zahl, sie stammen sämtlich vom 54 . Januar. Es sind diese: Die Kanzlerrede im Hauptausschuß des Reichstages, die deutsche Note an Nordamerika, die deutsche Denkschrift, worin die „Sperrgebiete" näher bezeichnet sind, die österreichisch-ungarische Note an die Neutralen. Die deutsche Note an Nordamerika insbesondre behält ihre Bedeutung als Beurkundung deutschen willens und deutscher Auffassung der Dinge, ganz unabhängig von der weiteren Gestaltung unserer Beziehungen zu Nordamerika.
Den Ernst des Schrittes hat der Kanzler in jener Rede ausdrücklich betont. Mit größtem Recht: Am H. Februar hat Nordamerika die diplomatischen Beziehungen zu uns abgebrochen.
Der Kanzler hat aber auch noch etwas Andres gesagt: Lr hat — aus Grund von Gutachten des Admiralstabs und der Hochseeflotte, Gutachten, die sich stützen aus Erfahrungen aus dem bisher von uns geführten V-Boots-Kreuzerkriege — der Überzeugung Ausdruck gegeben, daß durch den uneingeschränkten V-Boots-Krieg „England zum Frieden gebracht werden wird".
Der Kanzler hat ferner erklärt
„heute ist der Augenblick gekommen, wo wir mit der größten Aussicht auf Erfolg das Unternehmen wagen können" und
„wir setzen alles ein, und wir werden siegen."
Dürfen wir diesen Vorhersagungen unsres Kanzlers über den Erfolg des ernsten Schrittes vertrauen?
Ja.
warum?
wegen des Bodens, auf dem der Schritt getan wird, wegen des Zweckes, zu dem er hinstrebt, und wegen des Geistes, der ihn treibt.
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