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1918: 1918
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Der Vortrupp

?. Jahrg. Nr. 20 2 . Gktoberheft

Kriegsmaßregel

Durch die Verfügung über die Einschränkung des

Papierverbrauches sind wir, wie alle anderen Zeit­

schriften, gezwungen, den Umfang zu beschränken. Damit wir den Inhalt nicht wesentlich zu kürzen brauchen, lassen wir denVortrupp" jetzt in kleinerem Druck erscheinen.

Ich schreibe Dies vor dem Zusammentritt des Reichstages.

Der Verfasser dieser Aufsätze glaubt, bei deren Lesern auf Gehör rechnen zu dürfen, wenn er zur Zuversicht mahnt. Denn keiner von den Lesern meiner Aufsätze wird mich für einen gewissenlosen Schönfärber halten. Meine Leser wissen vielmehr, daß ich mich stets ferngehalten habe von dem leichtfertigen, ja oftmals geradezu ruchlosen, Optimismus, der während des Krieges bei der Masse der politisch Urteilslosen so lange als Kennzeichen echter vaterländischer Gesinnung gegolten hat jener politisch Urteilslosen, die leider besonders in unserm Bürgertum und unter unsern Gebildeten eine so große Rolle spielen. Nahezu alle politischen Aufsätze, die ich nun seit September t 9 l 6 für denVor­trupp" schreibe, waren dem Kampfe gegen diese politische Urteilslosigkeit gewid­met. wie jeder weiß, der diese Aufsätze gelesen hat, habe ich von Ansang an die Meinung bekämpft, dieser Krieg werde mit einem deutschen Diktiersrieden enden. Ich habe es auch stets für einen Irrtum gehalten, daß ein Kriegsende erreichbar sei, das uns Belgienmilitärisch, politisch und wirtschaftlich" in die Hand gebe, oder uns eine Kriegsentschädigung bringe. Ich habe hier stets den fürchterlichen Leichtsinn der gefährlichen politischen Kinder bekämpft, die in der Kriegserklärung Nordamerikas ein gleichgültiges, oder gar ein erfreuliches Ereig­nis erblickten, habe vielmehr hier stets betont, daß die Kriegserklärung Nord­amerikas meiner Meinung nach das ernsteste Ereignis sei, das uns seit Englands Eintritt in den Krieg betroffen hat. Ich habe die Prophezeiungen, die uns ver­kündeten, vermöge unserer Kriegsmaßnahme vom 5t. Januar t9l? werde Eng­land in sechs oder gar in drei Monaten auf die Knie gezwungen sein, stets für den gefährlichen Unsinn gehalten, der sie waren. Ich habe auch, wie ich noch hinzufügen möchte, niemals den Frühjahrsrausch von t9l8 mitgemacht, habe vielmehr, bei allergrößter Bewunderung des damaligen gewaltigen Vor- wärtsstürmens unserer Heere und der einzigartigen geistigen Leistung ihrer Führer, stets bezweifelt, ob uns diese Erfolge wirklich nach Paris und Lalais führen würden; und ich habe übrigens selbst für diesen Fall nicht geglaubt, daß Das dann der vernichtende oder auch nur entscheidende Sieg auch über die Angel­sachsen sei. Ich habe endlich niemals die Augen zugemacht vor den Schwierig­keiten, die ein Koalitionskrieg auch gegenüber den eigenen Bun-

Vortrupp.

Auf dem rechten Wege.

Berlin, den 5. Oktober t9t8.