Der Vortrupp
7. Jahrg. ^^8 Nr. ^7 5eptemberheft
Kriegsmaßregel
^ Durch die Verfügungen über die Einschränkung des
Papierverbrauches sind wir, wie alle anderen Zeit
schriften, gezwungen, den Umfang zu beschränken. Damit wir den Inhalt nicht wesentlich zu kürzen brauchen, lassen wir den „Vortrupp" jetzt in kleinerem Druck erscheinen.
Die „Eiche" ist eine Vierteljahrsschrift. Sie erscheint hier in Berlin, nunmehr im sechsten Jahrgange. Ihr Herausgeber ist Liz. Friedrich Siegmund- Schultze, ihr Verleger die Verlagsbuchhandlung Fr. Zillessen in Berlin. Ihr Wesen ergibt sich aus den beiden Untertiteln: „Vierteljahrsschrift für Freundschaftsarbeit der Kirchen" und „Ein Grgan für soziale und internationale Ethik". Veranlassung, mich hier näher mit ihr zu beschäftigen, gibt mir ihr im März sy^8 erschienenes „Amerika-Heft", das übrigens kein „Heft" ist, sondern eine, mehr als 2H0 große Druckseiten starke, Zusammenfassung von vier Nummern der Zeitschrift.
Das „Amerika-Heft" der „Eiche" will eine objektive Darstellung davon geben, welche Stellung der nordamerikanische Protestantismus zum Weltkriege einnimmt. (Der gleichen Arbeit unterzieht sich die „Eiche" in andern Heften auch hinsichtlich Frankreichs, Rußlands, Englands, der Schweiz und der skandinavischen Länder.) Zu diesem Zwecke legt das „Amerika-Heft" der „Eiche" eine große Reihe kirchlicher Stimmen aus der nordamerikanischen Union — in deutscher Übersetzung dieser amerikanischen Urkunden — vor. Diese Arbeit ist vom deutschen Standpunkte aus ungemein verdienstlich. Für die Gegenwart vor Allem aus d ein Grunde, den ich schon an den Anfang meines Aufsatzes „Die Brille Amerikas" im zweiten Juniheft gesetzt habe: „Klare Erkenntnis der Geistesbeschaffenheit eines feindlichen Volkes befähigt zur richtigen militärischen und diplomatischen Behandlung dieses Volkes und ist daher ein Kriegsmittel." Und für die Erkenntnis der Geistesbeschaffenheit der Nordamerikaner ist gerade diese von der„Liche" bewirkte Sammlung von Urkunden um so bedeutungsvoller, als jeder Kenner der Verhältnisse drüben immer wieder bestätigt, wie stark die Macht der kirchlichen Ideen im öffentlichen Leben der Union ist—unendlich viel stärker, als bei uns, trotzdem oder vielleicht gerade weil drüben Staat und Kirche völlig getrennt sind.
Um den ganzen Inhalt des „Amerika-Heftes" der „Eiche" in sich aufzunehmen, bedarf man eines Studiums von mehreren Tagen. Hier soll nur von einem beschränkten, in sich geschlossenen Teile, allerdings dem sachlich weitaus wichtigsten Teile der Arbeit, die Rede sein. Es handelt sich dabei um die Urkunden, die die Stellung des „Federal Louncil of the Lhurches of Lhrist in America" (zu deutsch: „Bundesversammlung der Kirchen Lhristi in Amerika") dartun. Diese Bundesversammlung entspricht etwa der Gcneralsynode in Preußen. Sie umfaßt 30 pro-
Schriftleitung und Verlag des „Vortrupp".
Aus der „Eichet
Berlin, den 2H. August ^y^8.
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