Jahrgang 
1918: 1918
Entstehung
Seite
81
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7. Jahrg. W8

Nr. 5

TNärzheft

Durch die Verfügungen über die Einschränkung des " " " * Papierverbrauches sind wir, wie alle anderen Zeit­

schriften, gezwungen, den Umfang zu beschränken. Damit wir den Inhalt nicht wesentlich zu kürzen brauchen, lassen wir denVortrupp" jetzt in kleinerem Druck erscheinen.

Schriftleitung und Verlag desVortrupp".

Zum ewigen Frieden."

Berlin, den 18 . Februar 1918 .

Als Bethmann Hollweg am y. November 1916 seine große Rede im Haupt­ausschusse des Deutschen Reichstages gehalten hat, hat er einen Markstein der Weltgeschichte gesetzt, an dem kein Geschichtsforscher der Zukunft wird vorüber­gehen können. Damals sprach Deutschland durch den Mund eines seiner besten Söhne sein erstes großes amtliches Bekenntnis gegen die Anarchie zwischen den Völkern und für die zwischenstaatliche Rechtsordnung aus. Seitdem hat Deutsch­land dieses Bekenntnis immer aufs neue wiederholt: In dem Reichstagsbeschlusse vom 19. Juli 1917. In der deutschen Antwortnote an den Papst, die den Grundsatz übernimmt,daß künftig an die Stelle der materiellen Macht der^waffen die moralische Macht des Rechtes treten muß", und die einverbindliches Schieds­verfahren für internationale Streitfragen" will. In den^Reden Hertlings und v. Kühlmanns. Und nun vor drei Tagen erst wieder in der neuesten Rede des Prinzen Max von Baden, worin es wörtlich heißt:Uns muß das Ziel leiten, das der Reichskanzler im November 1916 aufgenommen hat, das Ziel der Zu- sammenarbeit der Völker zur Verhinderung künftiger Kriege." Treueste Unterstützung hat unser Reich dabei stets gefunden durch den Grafen Lzernin, den Leiter der auswärtigen Politik Osterreich-Ungarns.

In dieser Sache, die trotz ihrer Gegner insbesondere der Alldeutschen hüben und Llemenceaus drüben die Sache unsrer Zeit ist, hat während des Krieges Deutschland (nebst dem Grafen Lzernin) Besseres und Gründlicheres gewirkt, als irgendein andres Volk der Welt. Das ist da, wo es bekannt ist, eine der stärksten Waffen Deutschlands, für jetzt und nicht minder für die Zeit nach dem Kriege: unsre Feinde wissen sehr wohl, was sie tun, wenn sie Deutschlands Stellung zu diesen Dingen immer wieder zu verschleiern suchen. Darum scheint es mir gut, einen Gedanken näher zu begründen, den Friedrich Naumann in einer der letzten Reichstagssitzungen ausgesprochen hat, den Gedanken nämlich, daß wir Deutschen hier gerade hier ureigenstes deutsches Geistesgut besitzen. Das geschieht am wirkungsvollsten, wenn man darstellt, was der Mann, der widerspruchslos als der größte deutsche Denker und als der deutscheste unter den Denkern der Welt anerkannt ist: Jmmanuel Kant, darüber zu sagen gehabt hat. Das Hauptsächlichste davon hat er ja im Sommer 1795 in der Schrift Zum ewigen Frieden" ausgesprochen. Für heute habe ich mir die Auf­gabe gestellt, den wesentlichen Gedankeninhalt dieser Schrift Kants gemein-

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