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1918: 1918
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Der Vortrupp

?. Iahrg. ^9^6 Nr. 3 Februarheft

Durch die Verfügungen über die Einschränkung des V * Papierverbrauches sind wir, wie alle anderen Zeit­schriften, gezwungen, den Umfang zu beschränken. Damit wir den Inhalt nicht wesentlich zu kürzen brauchen, lassen wir denVortrupp" jetzt in kleinerem Druck erscheinen.

Schriftleitung und Verlag desVortrupp".

Freiheit und Vaterland!

Berlin, den 23 . Januar sysS.

DemVolkskunde für Freiheit und Vaterland" gehören bekanntlich an: Der Ausschuß des deutschen (christlich-nationalen) Arbeiterkongresses, die Gene­ralkommission der Gewerkschaften Deutschlands, der Gesamtverband der christ­lichen Gewerkschaften. Dann die Interessengemeinschaft deutscher Beamten­verbände, der verband der deutschen Gewerkvereine (H.-D.), der verband deut­scher Eisenbahn-Handwerker und -Arbeiter. Endlich der Verband deutscher Handlungsgehilfen und der verein der deutschen Kaufleute.

Am 8. Januar hat der Bund hier in Berlin im großen Saale des Preußischen Abgeordnetenhauses die erste öffentliche Kundgebung veranstaltet. Es sprachen: Geheimrat Pros. D. Troeltsch, ferner der Abgeordnete Legien, der der Vorsitzende der Generalkommission der Gewerkschaften Deutschlands ist, drittens der Ab­geordnete, Gewerkschaftssekretär Stegerwald. Diese drei Reden in Verbindung mit der Entschließung, die am Schlüsse der Versammlung gefaßt ist, und mit dem ersten Aufruf des Bundes*) geben ein Bild der Gedankenwelt, die in dem Bunde körperhaft geworden ist. Dieses Bild möglichst klar herauszuarbeiten, ist die Aufgabe dieses Aufsatzes, wie immer in solchen Fällen, bediene ich mich für die Darstellung der direkten Rede:

Freiheit".

was will das WortFreiheit" hier besagen?

Gemeint ist in erster Linie ein freies Wahlrecht für Preußen: der Bund for­dert, daß das gleiche, direkte, geheime, allgemeine wa h l - recht für das Abgeordnetenhaus schleunigst durchgeführt, und daß das Herren­haus volkstümlich umgestaltet werde, was das Wahlrecht angeht, so glaubt der Bund, daß die gegenwärtig zur Beratung stehende Regierungsvorlage im großen und ganzen das Richtige treffe.

warum fordert der Bund diese Freiheit?

Antwort: weil das Vaterland sie braucht.Vaterland" bedeutet

hier sowohlPreußen" wieDeutschland": die Wahlrechtsfrage ist der wich-

*) von uns abgedruckt im zweiten Januarheft (Nr. 2 von 19l8) auf S. 59/40.

Vortrupp".

1 *