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1918: 1918
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Der Vortrupp

?. Iahrg. Nr. 2 2. Januarheft

Durch die Verfügungen über die Einschränkung des ^ I? * Papierverbrauches sind wir, wie alle anderen Zeit­

schriften, gezwungen, den Umfang zu beschränken. Damit wir den Inhalt nicht wesentlich zu kürzen brauchen, lassen wir denVortrupp" jetzt in kleinerem Druck erscheinen.

Schriftleitung und Verlag desVortrupp".

Prinz Max.

Berlin, den 3. Januar (918.

Am 12 . Dezember 191? sprach man sich im Preußischen Abgeordnetenhause über dieVaterlandspartei" aus. Dabei rief der Redner der Hochkonservativen, der für dieVaterlandspartei" redete, der deutschen Regierung zu:Lesen Sie die Reden von Llemenceau und Lloyd George. Das ist die Tonart, wie man ein Volk zum Siegeswillen aufpeitscht." Der Redner klagte die deutsche Re­gierung an, sie habe eine Unterlassungssünde begangen, weil sie das deutsche Volk nicht ebenso behandelt habe. Der größte Teil der Deutschen wird finden, daß die deutsche Regierung recht gehabt hat, wenn sie bisher nicht im Sinne dieser Aufforderung gehandelt hat, und daß sie recht hat, wenn sie diese Aufforderung auch weiterhin nicht befolgt: wenn sich das französische und gegenwärtig auch das englische Volk wie Fleischerhunde behandeln lassen, die ihr Herraufpeitscht", damit sie ordentlich anpacken, so ist das die Sache dieser beiden Völker. Kämen dagegen, was ja glücklicherweise undenkbar ist, bei uns Leute von der Wesensart Llemenceaus oder Lloyd Georges an die Regierung, und wollten die dann ver­suchen, nach dem Rezept ihrer französischen und englischen Vorbilder zu verfahren, so würden sie nicht erreichen, daß das deutsche Volkaufgepeitscht", sondern lediglich, daß sie selbst schleunigsterledigt" würdem wirken doch auf deutsche Ohren Reden, wie Llemenceau sie hält, lediglich wie das heisere Gebrüll einer Bestie, und Worte, wie Lloyd George sie macht, nur wie das Gewieher eines Narren (womit natürlich die riesige Tatkraft und die bewunderungswürdige Organisationsgabe des Walisers nicht herabgesetzt werden sollen).

Dagegen sprach ein Deutscher auf deutsche Art zu Deutschen, als in der zweiten Dezemberhälfte des Jahres 19(7 Prinz Max, der Badische Thronfolger und Präsident der Ersten Badischen Kammer, zur Eröffnung dieser Kammer das Wort nahm. Die Rede enthält zwei Teile. Als ersten Teil das, was Prinz Max selbst dieTatbestandsaufnahme" der Lage nennt. Als zweiten Teil dann die Folgerungen, die Prinz Max aus dieserTatbestandsaufnahme" zieht, von diesem zweiten Teil der Rede des Prinzen Max soll heute hier gesprochen werden. Prinz Max folgert aus derTatbestandsaufnahme" eine doppelte Pflicht: Einmal daß wir unsre ganzen nationalen Kräfte zusammenraffen für den schweren Kampf, der uns noch bevorsteht",

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