Jahrgang 
1916: 1916
Entstehung
Seite
33
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Der Vortrupp

5. Jahrgang Nr. 2 ^6. Januar W6

Ein getreuer Eckart.

Seit einem langen Menschenalter predige ich erfolglos etwas, das schließlich die Ratastrophe allein durchsetzt."

Rosegger in einer Zuschrift an die Verfasserin vom so. Dezember lys5»

Dreimal im Verlaufe seines langen, arbeitsreichen und erfolg­gekrönten Lebens hat Rosegger, der Besten und weisesten einer unter unseren österreichischen Brudern, seine warnende Stimme er­hoben, um seine Volksgenossen diesseits und jenseits der schwarz­gelben Grenzpsähle zur Umkehr auf einem Wege auszurufen, der ins Verderben führt. Dreimal verhallte seine Bitte ungehört. Nun erhebt er zum vierten Male als getreuer Eckart seines Volkes den alten Warnungsruf:Heim zur Scholle!" Gb nun ein Wunder geschieht? Vb diese Zeit der größten Menschheitsnot uns endlich willig macht, auszuhorchen und nachzudenken?

Fast will es scheinen, als sei diese Kriegszeit weniger als irgend eine dazu angetan, das deutsche Volk zur Besinnung zu bringen, weite Kreise in Österreich wie bei uns sind von den freilich im höchsten Grade bewundernswerten Taten unserer verbündeten Heere wie berauscht, sehen ihre Leitungskraft, ihre Ertragungssähigkeit und glauben weniger als jemals, daß in deutschen Landen nicht alles zum Besten bestellt ist, daß mitten unter uns eine ungeheure Gefahr ihr dräuendes Hauxt erhebt.

wehe den Blinden! Möchten sie sehend werden, ehe es zu spät ist, damit es nicht dereinst von uns Deutschen heißen muß, daß Gott mit Blindheit schlägt, die er vernichten will.

Heim zur Scholle! So nennt j)eter Rosegger seine Schrift, die er in diesem Jahre im Rahmen eines großzügigen Unternehmens herausgibt, das den bedeutsamen Namen trägtFlugschriften für Gsterreich-Ungarns Erwachen". (Herausgegeben von Robert Strache, warnsdors. Verlegt bei Ed. Strache, warnsdors in Böhmen. Im Kriegsjahr t9t5.) In dieser Flugschrift vereinigt er zwei Aufsätze, die er um ^685 und t 905 schrieb, mit einem letzten und eindring­lichsten Ausruf aus unseren Tagen. Das von bitterer Sorge einge­gebene Vorwort, das er der Flugschrift vorausschickt, möge hier wiederholt werden:

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