e. Jahrgang Nr. s. DeV V-vtVttxx UMÜrzMk
Herausgeg. von Dr, Hermann M. Popert, Hamburg, und Aapitänleutnant a.D.
HansPaasche,Berlin.-verantwortl.Schriftleiter:Dr.xkU.R.«raut,Hamburg20
Vortrupp -fugend
ß Monatliche Beilage zum „Vortrupp", unter Verantwortung
H der „vortrupp",Schriftleitung, herausgegeben von
s Nr>5. Hans Pausche W6
Inhalt. Grober Unfug. — Heldentum und Gpfersinn von Anna Marie wiltbelm. — LineernsteMahnung. — DieJugend vorder sozialen Frage von Lrlch Mohr. — Die Abenteuer des Fremdenlegionärs Kirsch.— Mollen und wirken <Der deutsche Bund abstinenter Studenten. — Gemeinschaft Kasseler Wanderer. — was der Vortrupp einem jungen Arbeiter wurde. —
Grober Unfug.
Neulich stand in der Zeitung, daß ein Beamter aus seinem Dienst entlassen und mit sechs Monaten Gefängnis bestraft worden sei, weil er im Park seiner Stadt hinter einem Gebüsch seinen Oberkörper entkleidete und der freien Luft aussetzte. Eine Eingeborene, ein weibliches Wesen, erspähte das aus der Ferne und holte einen Schutzmann. Der Mann erregte also öffentliches Ärgernis und trieb groben Unfug, wir können uns über die Strafe nicht entrüsten und nicht die Richter für etwas verantwortlich machen, woran das Vorurteil der Menschen schuld ist.
Gerade in unserem Falle: wer von der Pflicht gesund zu sein etwas weiß, von der Notwendigkeit der Luft-, Sonnen- und Windbäder könnte sich weit eher denken, daß jemand bestraft werde, der eine Ge
legenheit zum Luftbad versäumt, als jemand, der ein Luftbad nimmt. ZnRavirondo, inInnerafrika würde noch heute ein Eingeborener öffentlich Ärgernis erregen, der statt der üblichen Meldung, die in einem Bastfaden um den Hals besteht, etwa eine Badehose tragen würde und dadurch in der Einbildung der Mitbürger die Vorstellung aufkommen ließe, daß er nicht oft genug bade und deshalb Schmutz zu verbergen habe, und in der Heimat des Negers Lukanga schämte sich das ganze Volk für uns, als meine Frau und ich uns offen vor den Augen der Menschen an den Feldtisch setzten und zu essen anfingen.
Es gibt Handlungen, die von allen Menschen als schlecht angesehen werden, weil die Stimme des Gewissens gleichmäßig allen Menschen dieselbe Unterscheidung des Guten und des Bösen lehrt, und es gibt andere Handlungen, deren Beurteilung bei den verschiedenen Menschen verschieden ist, je nach den Anschauungen, Gewohnheiten und Sitten, in denen die Menschen aufgewachsen sind. Diese Handlungen faßt das deutsche Strafgesetzbuch als groben Unfug und öffentliches Ärgernis mit dem Paragraphen drei-