Der Vortrupp
5. Jahrgang Nr. ^8 ^6. September
An die am weitesten links.
Der Führer der deutsch-konservativen Partei, Herr von Hepde- brand, hat in seiner großen Rede in Frankfurt am Main das Wort gesprochen:
„Ich glaube nicht, daß es die Absicht der konservativen Partei ist oder sein kann, unsrer Regierung in einer Zeit wie der jetzigen, unnötige Schwierigkeiten zu machen. Das würde unverantwortlich sein."
Und in dem Ausrufe, den der „Unabhängige Ausschuß", an dessen Spitze Professor Dietrich Schaefer steht, vor kurzem über die Rriegs- ziele erlassen hat, ist an zwei Stellen hervorgehoben worden, daß dieser Ausschuß gewisse Forderungen
„mit dem Reichskanzler"
stelle.
In der kurzen Zwischenzeit zwischen diesen beiden Geschehnissen las man im „Vorwärts" eine Erklärung von Mitgliedern der Minderheit der sozialdemokratischen Reichstagssraktion, worin diese unter Anderm sagten:
„Dagegen erscheint es uns unvereinbar mit den Pflichten eines Sozialdemokraten, sich an der Agitation des ,National- Ausschusses^ zu beteiligen."
Nun ist der „National-Ausschuß" allerdings keineswegs regierungs- ossiziös (das kann ich beurteilen, denn ich bin zwar weder sein Mitglied noch sein Beamter, noch auch mit allem, was er tut oder nicht tut, einverstanden; indessen habe ich gegenüber manchen, die über ihn schreiben, den Vorzug, daß ich ihn kenne). Aber darüber besteht meiner Meinung nach kein Zweifel: Daß der „National-Ausschuß", genau wie Heydebrand, es für unverantwortlich hält, unsrer Regierung, in einer Zeit wie der jetzigen, unnötige Schwierigkeiten zumachen; hat er es doch öffentlich als einen seiner Programmpunkte erklärt, in dieser Zeit die Geschlossenheit der Deutschen nach innen zu fördern. Und daß daher die Arbeit des „National-Ausschusses" (die sozialdemokratische Minderheit nennt sie „Agitation") in der Tat auch darin besteht, zu verhindern, daß sich ein Riß zwischen dem Volke oder Teilen des Volkes und der Reichsregierung auftue. Mithin kann jene Erklärung jener Mitglieder der sozialdemokratischen Minderheit sachlich