Der Vortrupp
5. Jahrgang Nr. ^7 September ^9^6
Kanzlergegner.
Der Aufsatz „Unser Kanzler", den die Lchriftleitung des „Vortrupp" in Nr. ^2 vom ^6. Juni gebracht hat, bedarf, meiner Meinung nach, noch etlicher Ergänzungen; einige Punkte, aus die es besonders ankommt, müssen hervorgehoben werden. Denn es kann in diesen Zeiten den Verständigen im deutschen Volke gar nicht oft genug und gar nicht klar genug gesagt werden, warum sie sich jetzt einmütig und entschlossen hinter den Kanzler stellen müssen.
wenn ich mich frage, was jetzt Europa hindert, zum Frieden zu kommen, so drängt sich mir immer wieder die Erkenntnis aus, daß ein sehr wesentliches Hindernis in einer wahnhasten Geistesbeschassen- heit der heute maßgebenden Franzosen liegt. Solange die heutigen Beherrscher Frankreichs noch den Irrwahn hegen, sie könnten Llsaß- Lothringen aus dem Leibe des Deutschen Reiches wieder herausreißen, solange ist der Hauptwall, der Europa vom Frieden trennt, noch nicht überschritten. Ls gibt ja gewisse sentimentale Leute bei uns, die es für bewunderungswürdigen Patriotismus halten, daß die französischen Machthaber an diesen Irrwahn immer neue Hunderttausende des ihnen anvertrauten Volkes setzen; ich halte das vielmehr für gewissenlos und verrückt, wir Deutschen wollen doch ja nicht ansangen, es „Patriotismus" zu nennen, wenn für aussichtslose Annexionspläne einiger machthungriger Politiker ein ganzes Volk geopfert wird. Und wir wollen doch auch ja etwas nicht vergessen (auch nicht dem „einen" Hasse der Lissauer und Reventlow zu Gefallen): dieser Weltbrand wäre nie entstanden, wenn nicht seit die Machthaber Frankreichs vor dem Götzenbilds der Revanche aus den Knien gelegen hätten; er würde nicht sortwüten, wenn nicht die Priester dieses Götzenbildes — die Poincare, Briand, Herve — das unselige französische Volk immer wieder dazu berauschten, daß es seine Kinder unter die Räder des Götzenwagens wirst. — Der Tag des Friedens kann also erst kommen, wenn die gesund Gebliebenen unter den Franzosen (es gibt deren noch genug) die Irren gefesselt haben. Dann kann der Frieden kommen; und dann wird er kommen — wenn dann in unserm Deutschland (in dessen Hand der Friede dann liegt) die Vernunft an der Macht ist, wie sie es heute ist. Denn heute ist sie es: Der „Vortrupp" hat in seiner