Jahrgang 
1916: 1916
Entstehung
Seite
289
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Der Vortrupp

5. Jahrgang Nr. ^0 ^6. Mai W6

Was können wir für die körperliche Lrstarkung unserer männlichen Jugend tun?

Nicht nur die Familie, sondern auch der Staat und die Gesell­schaft haben das größte Interesse daran, die heranwachsende Jugend sich zu einem kräftigen Geschlecht entwickeln zu sehen. Der Krieg hat gezeigt, welche Bedeutung ein gesunder, körperlich leistungs­fähiger Nachwuchs hat: unsere männliche Jugend leistet auf den Schlachtfeldern Gewaltiges. Aber sollte uns nicht die Frage kommen, ob wir sie nicht für die furchtbaren Strapazen, die ihrer warteten, durch eine größere Stählung ihrer körperlichen Widerstandskraft noch besser hätten ausrüsten können? Nicht allein die Kugeln und Bajonette sind ihre Gegner, in gleichem Maße die Unbilden der Witterung und die Strapazen der Märsche. Man hat jetzt oft genug ausgesprochen, daß die stärksten Nerven, die kräftigsten Körper den endlichen Sieg erringen würden, und wir haben gezeigt, daß wir es in dieser Hin­sicht mit unseren Feinden wohl aufnehmen konnten. Aber zweifellos ist doch, daß in der körperlichen Ausbildung unserer Jugend noch nicht genug geschehen war. Manche mußten aus den Reihen der Kämpfer ausscheiden, weil ihr Körper seit Jahren verzärtelt und jeglicher größeren Anstrengung ungewohnt war, und Manche mußten von vornherein schweren Herzens darauf verzichten, an der Seite ihrer kräftigeren Kameraden mit hinauszuziehen. Das hat sich auch bei den Schülern unserer höheren Lehranstalten gezeigt, die zu unserem Stolz in so großer Zahl sich als Freiwillige meldeten.

Der Forderung nach größerer Abhärtung und Gewöhnung an körperliche Leistungen schon auf der Schule werden wir von jetzt an mit mehr Verständnis und weniger Vorurteil als bisher gegenüber- treten müssen, enthält sie doch das, was wir im Interesse unseres Volkes nur wünschen können; denn nicht nur dieser unglaublich riesenhafte Kamps wird für ferne Zeiten entscheidend sein. Auch wenn uns der Himmel vor weiteren Kriegen bewahrt, so hat der Kampf um die Existenz der Völker ja doch kein Ende. Er spielt sich ohne Schlachten nur um so unerbittlicher ab, und nur dasjenige Volk wird sich und seine Kultur einmal durchsetzen, das mit all jenen Eigen­schaften der körperlichen Tüchtigkeit ausgerüstet ist. Gewiß wird