Der Vortrupp
8. Jahrgang
Nr. 8
2. Aprilheft Md
5partacus in der Jugendbewegung.
Hamburg, den 5(. März 1919.
Zu den Aufgaben des „Vortrupp" gehört — als eine unter vielen, aber als eine wichtige — auch die Beschäftigung init der Jugendbewegung. Insbesondere zu demjenigen Unterteile des bürgerlichen Teiles der Jugendbewegung, der, feit dem Oktoberseste 1915 auf dem Hohen Meißner, unter dem Namen „Freideutsche Jugend" bekannt geworden ist, haben sich für den „Vortrupp" wiederholt Beziehungen ergeben. Solche Beziehungen find zum Beispiel zum Ausdruck gekommen in meinem Leitaussatze „Freideutsche Zukunft " in Nr. 19 des Jahrganges 1915 (Vortrupp-Flugschrift Nr. 2H), in ferneren Aufsätzen teils von mir, teils von Andern in den Nummern 21— 25 von 1915, in eingehenden Besprechungen auf dem ersten Deutschen Vortrupp-Tage zu Leipzig vorn Juni 191H (der Bericht ist unter dem Titel „Auf Fichtes Bahnen" im Vortrupp-Verlage erschienen), sowie in Walter Hammers Aufsatz „werdet Führer Lurem Volke" in Nr. n von 1918 (Vortrupp-Flugschrift Nr. -19). Und neuerdings haben wir, wie unsre Leser wissen, Herrn Walter Hammer, als einem der ersten Wortführer derjenigen Richtung in der „Freideutschen Jugend", die uns in Anschauungen und Zielen verwandt ist, in jeder Nummer des „Vortrupp" zwei Doppelseiten, als ein besonderes Organ dieser Richtung in der „Freideutschen Jugend", unter dem Namen „Der Hohe Meißner", eingeräumt.
Dabei hat es von jeher innerhalb der Jugendbewegung, und insbesondre innerhalb der „Freideutschen Jugend", auch Richtungen gegeben, die wir sehr entschieden bekämpft haben. Anfänglich waren das namentlich Unklarheiten, die hinter großen Worten Mangel an wirklichen Gedanken und Zielen zu verbergen suchten; davon ist besonders aus dem Vortrupp-Tage in Leipzig gesprochen worden, man kann Das in dem eben genannten Berichte über diese Tagung eingehend nachlesen, während des Rrieges ließen sich dann weiter einige Gruppen der „Freideutschen" in den Dienst „alldeutscher" Rriegspolitik ziehen, haben somit, soweit ihre Rräste reichten, an der Verhinderung rechtzeitigen Friedensschlusses mitgewirkt und sind dadurch Mitver- anlasser von Deutschlands Unglück geworden; daß wir zwischen diesen und uns einen möglichst dicken Trennungsstrich ziehen, ist selbstver-