q. Jahrgang Nr. 22 D ? v !? 0 v t v U p p !(6. November !S!2
herausgegeben von vi. Hermann M. Popert, Hamburg, und Kavitänleutnant a. D. Hans paasche, Berlin. — Verantwortlicher Schriftleiter: Dr. plül. R. Araut, Hamburg.
! Mitteilungen
des Deutschen Vortrupp-Bundes
Nr. u
In zwangloser Reihenfolge (von Oktober bis Mai in der Regel einmal monatlich) als Beilage zum „Vortrupp" für die Vortrupp-Gruppen und Vortrupp-Freunde
Geschäftsführung des „Deutschen Vortrupp-Bundes"
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„Der Vortrupp" im Dienste der Volksgesundheit und Volksaufartung.
Auf derTagung zurLrhaltung und Mehrung der deutschen Volkskraft, die als VII. Konferenz der Zentralstelle für Volkswohlfahrt im Reichstagssitzungssaale zu Berlin vom 26. bis zum 28. Gktober stattfand, wurde mehrfach hervorgehoben, daß es bei den Fragen für die Aufartung unsres Volkes hervorragend auf die kraftvolle Betätigung weiter Volkskreise ankomme. In seiner Eröffnungsansprache wies Staatsminister v. Möller bereits darauf hin, das; auf die Erwcckung und Stärkung des Verantwortlichkeitsgefühls jedes Einzelnen im Volke besonderer Nachdruck zu legen sei, ein Gedanke, der mehrfach in den bedeutsamen vorträgen und besonders in der Aussprache über die Erhaltung und Mehrung des Nachwuchses, über den Schutz der Volksgesundheit und über die Hebung der Rasse wiederklang. Nur dann ist, wie vros. Dr. Gruber hervorhob, eine Einwirkung auch auf die wirtschaftlichen Verhältnisse möglich, ohne die eine Bekämpfung des Geburtenrückganges nicht erfolgreich sein werde.
Wenn auch nur einmal während der arbeitsreichen Tagung von einem unsrer Freunde in der Aussprache auf die unermüdliche Tätigkeit der verschiedenen Lebensrcformerkreise für die Erhaltung und Mehrung der deutschen Volkskraft besonders hingewiesen wurde, ging doch ans manchen Andeutungen, vor allem auch auf der Konferenz für Jugendpflege! und Pflegerinnen, die der Tagung folgte, hervor, daß das wirken der im Vortrupp-Sinne arbeitenden Vereinigungen in seiner Bedeu
tung erkannt worden war. Noch sind der Kräfte, die in unserm Volke sich regen, im Verhältnis zur Einwohnerzahl nicht so überaus viele. Auch sind die meisten von ihnen noch nicht so lange am Werke, daß ein starker Niedcr- schlag bereits auf der erwähnten Tagung hätte erfolgen können. Aber für alle Vortrupp- Freunde, die an den wertvollen Beratungen teilnehmen konnten, wird trotz so vieler ernster Gefahren, die unsern: Volke durch innere Feinde, unter denen die bekannten Volksseuchen an erster Stelle stehen, die frohe Zuversicht gestärkt worden sein, daß wir alle Hindernisse sicher überwinden werden, wenn es gelingt, immer mehr Volksgenossen zur Mitarbeit zu gewinnen.
Belehrung und immer wieder Belehrung und Aufklärung, das war die Forderung, die durch die meisten Ausführungen hindurch- klang. vrof. Dr. v. Gruber brachte in den tiefgründigen Ausführungen seines Schlußvor- tragcs diese Forderung auf die Formel, daß jeder Einzelne die Verpflichtung habe, aus sich das Beste zu machen, was er nach seiner ursprünglichen Anlage nur schaffen könne, und die Gesellschaft habe die Pflicht, danach zu trachten, aus allem, was ins Leben getreten ist, das Beste für die Gesamtheit zu machen.
Zn diesem Sinne sucht „Der Vortrupp" zu wecken und anzuregen. )e größer deshalb die Kreise sind, die ihm zugeführt werden, um so stärker wird sein Einfluß werden, die Anhänger der verschiedenen Reformbestrebungen ans ihrer Vereinzelung zu erlösen, in der sie sich oft befinden. Ihre Znsammenfassung wird dann dazn beitragen, die Aufgaben der einzelnen Reformbewegungen sicherer und schneller zum Z^iele zu führen. Sollte es nicht jedem Leser des „Vortrupp" gelingen, für das nächste )ahr wenigstens einen neuen Mitstreiter uns zu gewinnen, damit um so spürbarer die Einwirkung unsrer Bestrebungen werde? F. K.
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