Volume 
1915
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21
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q. Jahrgang Nr.Der DovtrUPP l6. Juli M°

herausgegeben von vi'. Hermann M. popert, Hamburg, und Kapitänleutnant a. D. Hans Paasche, Berlin. Verantwortlicher Schriftleiter: vr. pliil. R. Rraut, Hamburg.

j Mtteilungen

des Deutschen Vortrupp-Bundes

Nr. 7

In zwangloser Reihenfolge (von Gktobcr bis Mai in der Regel einmal monatlich) als Beilage zumVortrupp" für die Vortrupp-Gruppen und Vortruxp-Freunde

Geschäftsführung desDeutschen Vortrupp-Bundes"

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Ein ernstes Wort an alle vor­truppfreunde.

Abonnentenfänger? So begrüßten uns ge­hässige Stimmen zum Meißnerfest vor zwei Iahren. Wir fühlten uns nicht getroffen. )st wirklich nicht ein Körnchen Wahrheit an die­sem vorwnrf? Fordert nicht derVortrupp" mit seinem Bestehen seine Freunde zu tat­kräftiger Werbearbeit auf, und haben wir nicht erst auf unserem Leipziger Bundestage eindringlich die Notwendigkeit betont, die Leserzahl desVortrupp" zu vermehren und alle verfügbaren Kräfte an diese Aufgabe zu setzen? Und jetzt, wo uns der Krieg bereits sehr viele Leser gekostet hat, ist derVortrupp" ganz besonders aufstärksteWerbetätigkeit aller seiner Freunde angewiesen, wenn nicht sein Bestehen ernstlich gefährdet werden soll. Wieder erschallt der Ruf, lauter und dringen­der als je: Führt uns neue Freunde zu, helft, daß unser Kreis wachse und sich ausdehne! Wie sieht es da mit jenem vonvurf aus?

Ls ist ja keine neue Weisheit, daß jede Bewegung", d.h.jede Vereinigung mehrerer Einzelwillen auf ein Ziel, wenn sie überhaupt lebensfähig ist, auch werbende Kraft äußert, Fernstehende in ihrem Sinn zu beeinflussen und schließlich zur Mitarbeit zu gewinnen trachtet. Ls wäre schlimm, wenn das bei nns anders wäre. Wofür man begeistert ist, dafür sucht man andre zu begeistern. Und warum sind wir gerade für denVortrupp" begeistert? Das muß uns natürlich vor allem klar sein, wenn wir bewußt in seinem Sinn auf andere

einwirken wollen. Wir wollen uns gewiß nicht dadurch lächerlich machen, daß wir nur vortruppler alsKrieger im Heere des Lichts" anerkennen. Doch mancher Abstinent oder Bodenreformer oder Lrnährungsforscher hält sich nicht immer genügend gegenwärtig, daßLebensreform" nicht nur eine Änderung der Gewohnheiten in Essen, Trinken, Wohnen usw. bedeutet, sondern vor allem auch in dem, was in höherem Sinne Leben heißt, in Denk­art und Gesinnung, und daß es da auf Aus- tilgung aller Selbstsucht, aller hemmenden Trägheit und Kleinlichkeit ankommt. Weil der Vortrupp" dies vor allem beständig in den Vordergrund stellt, kann er alle die einzelnen Bestrebungen der Lebensreform von einem höheren Standpunkte sehen und hat in der Tat, wie er im Anfang versprach,ihre An­hänger aus der Vereinzelung erlöst, in der sie sich oft befinden". Darum glauben wir, daß derVortrupp" die geeignetste Macht ist, dem uns allen vorschwebenden Ziel näherzu­kommen,unser ringendes deutsches Leben zu etwas Höherem umznschaffen, als es heute ist". Und dieser Glaube gibt uns ein gutes Recht, Lebeusreformer aller Art gerade für denVortrupp" zu werben.

Nur ein Recht? Ich meine, schon die ein­fache Tatsache, daß unsre Führer uns bitten, wiederholt und dringend bitten, mit aller Kraft für denVortrupp" zu werben, legt uns die unbedingte Verpflichtung auf, diese Bitte zu erfüllen. Unser eigener verstand sagt es uns auch, daß eine Zeitschrift, die nach dreijährigem Bestehen plötzlich durch die un­günstigen Zeitumstände eine große Zahl von Lesern verliert, in Gefahr ist und die Hilfe ihrer Freunde braucht. Wenn wir aber den Vortrupp" wirklich für eine N o t w e n--

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