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4. Jahrgang Nr. Der Vortrupp 16. I'.ni M5
herausgegeben von vi'. Hermann M. Popert, Hamburg, und Kapitänleutnant a. D. Hans Paasche, Berlin. — Verantwortlicher Schriftleiter: Dr. ptlil. R. Kraut, Hamburg.
Zeitteilungen
des Deutschen Vortrupp-Bundes
In zwangloser Reihenfolge (von Gktober bis Mai in der Regel einmal monatlich) als Beilage zum „Vortrupp" für die Vortrupp-Gruppen und Vortruxp-Freunde
^!r. H/6 Geschäftsführung des „Deutschen Vortrupp-Bundes"
Inhalt. Werbetätigkeit in der Kricgszeit. — Aus
Werbetätigkeit in der Kriegszeit.
Mehrfach ist bereits darauf hingewiesen worden, daß es in dieser ernsten Zeit auch für den „Vortrupp" in erster Linie darauf ankomme, sein Durchbalten bis zum Frieden zu ermöglichen. Etwa der sechste Teil aller „vor- trupp"-Bezieher steht zurzeit im Dienste des Vaterlandes, an der Front, in den Garnisonen, im Schutzdienst usw.; vielen Daheimgebliebenen wird die Pflicht auferlegt, zu sparen, wo eben es nur angängig ist; mancherlei Linnah- men,wie solche aus Anzeigen,fallen in dieserZeit fast ganz fort, und naturgemäß ist seit Beginn des Krieges auch von einem Anwachsen des Bezieherkreises nicht inehr viel zu spüren. Wir freuen uns aber, daß die meisten unserer alten Freunde dem „Vortrupp" die Treue halten. Immer häufiger wird uns auch die Bitte ausgesprochen, doch Vorschläge zu machen, wie während der Kriegszeit eine erfolgreiche Werbetätigkeit ausgeübt werden könne.
Damit wird auch von unsern getreuen und begeisterten Freunden zugestanden, daß die veränderten Verhältnisse eben auch veränderte Werbeinaßnahmen bedingen. Was zu Friedenszeiten als etwas Selbstverständliches gegolten hat, kommt in der gegenwärtigen Rriegszeit oft gar nicht in Betracht. Die Hauptanteilnahme aller richtet sich zurzeit auf die Kriegsereignisse und die damit zusammenhängenden Fragen. Lswerdenauch nur weuige Familien im vaterlande sein, die nicht in irgendeiner Weise mittelbar oder unmittelbar am Kriege selbst beteiligt sind. Wir wissen auch, daß jedes neue Gpfer, das durch den Heldentod eines Freundes von uns gefordert wird, jeden einzelnen von uns trifft. So sehr unsere herzen
auch von Siegeszuversicht erfüllt siud, und so groß auch unsere Hoffnungen für den Aufstieg uuseres Volkes nach dem Kriege sein mögen, es ist niemand unter uns, der nicht auch den ganzen Ernst der gegenwärtigen Zcitlage ermißt und der sich nicht ernstlich bemühte, alles zu tun, was ihm irgend möglich ist, um die Schrecken des Krieges zu mindern. Da ist' es immer wieder herzerfreuend, aus deu Briefen unserer „Feldgraneu", wie aus den Zuschriften unserer Freunde daheim von der großen Zuversicht zu lesen, daß nach dem ersehnten Frieden eine Zeit für Deutschland kommen werde, in der besonders auch den Lebensreformbestrebungen zur Ausartung unseres Volkes weit mehr Beachtuug geschenkt werden wird, als es bisher der Fall gewesen ist. Möchte diese frohe Hoffnung sich aufs reichste erfüllen.
Aber gerade im Sinne dieses hoffens gilt es, jetzt unablässig für die Ausbreitung des „Vortrupp" tätig zu sein. Unter nuseru Kriegen:, das erfahren wir immer wieder, sind ungezählte, denen über so manche Fragen des öffentlichen Lebens erst jetzt die Augen auf- gegaugeu sind und die mit Legeisteruug sich uach dem Kriege für die Besserung mancher sozialen Zustäude einsetzen möchten, die sie nun zn beklagen gelernt haben. Das sind künftige Vortrupp-Kämpfer, deren Anschriften wir immer wieder der Geschäftsstelle zur Übersendung von Werbenummern aufzugeben bitten. Aber auch daheim sehen viele Frauen und Männer das Leben jetzt mit ganz andern Augen an, als vor Ausbruch des Krieges. Das Verantwortlichkeitsgefühl für so manche Ubelstände in unserm Volksleben erwacht uud verlangt nach Betätigung. Die Fragen, wie uuser deutsches Volk immer lei- stungs- und widerstandsfähiger werden könne, bewegt heute Tausende in unserm Volksleben, ohne daß sie schon eine klare, bestimmte Antwort darauf sich zu geben wissen. Für alle diese vielen ist „Der Vortrupp" die geeignete