Jahrgang 
1915
Seite
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über die der militärischen Jugendorga­nisation gesetzten Ziele hinaus sich mit dem Gebrauche der Waffen bekannt zu machen und an die Stelle des Besuchs des Fechtbodens die eifrige Übung im Schießen, im Säbel- und Bajonettfechten treten zu lassen.

5. So stark der Andrang zum frei- Willigen Verwundetendienst in der ersten Kriegszeit gewesen ist, so sind doch im Verlaufe des Kriegsjahres starke Lücken in den Reihen der freiwilligen Sanitäts­mannschaft, von der ein guter Teil ins Feld rückte, entstanden. Neue Anmel­dungen von Studierenden zur Teilnahme an Lehrgängen für Verwundetentrans­port, Verbandlehre und Krankenpflege oder zur Hilfsarbeit bei der Labung der auf der Lisenbahnfahrt befindlichen Truppenteile werden wohl von den meisten Geschäftsstellen des Roten Kreu­zes dankbar entgegengenommen werden.

6. Auch an dem wohl in den meisten Universitätsstädten eingerichteten Ver­wundetenunterricht werden sich unsre Studierenden mit Nutzen beteiligen kön­nen, beispielsweise an der Abhaltung von Lehrgängen für neuere Sprachen, Ge­schichte, Geographie und Stenographie. Ein nicht weniger dankbares Feld bieten Führungen der Verwundeten durch die Sehenswürdigkeiten der Lazarettstädte und deren Umgebung, Teilnahme an der Veranstaltung von Konzerten und son­stigen Darbietungen für die Verwun­deten, Beschaffung und Verwaltung von Lazarettbüchereien, aber auch schon der Besuch bettlägeriger Verwundeter und Kranker, denen namentlich durch Vor­lesen über so manche trübe und öde Stunde hinweggeholfen werden kann.

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Mit den aufgeführten Gebieten sind die Möglichkeiten einer für den Studenten Erfolg versprechenden vaterländischen Tätigkeit keineswegs erschöpft. Wer mit offenem Auge um sich schaut, wird wohl noch gar manche andre Gelegenheit zu gemeinnütziger Tätigkeit finden. So sind da und dort Studierende während des Krieges als Freiwillige bei den städtischen Feuerwehren in die Lücken gesprungen.

Auch die öffentliche Armenpflege und die innere Mission wird studentische Mitarbeit gern in Anspruch nehmen. An der Würzburger Universität will einAkademischer Arbeitsbund zur Stärkung deutscher Wehrkraft" zur Aus­arbeitung von wissenschaftlichen Er­findungen und Vorschlägen, zunächst auf militärisch-technischem Gebiete, anregen, die dann an berufene Prüfungsstellen weitergegeben werden sollen. Dagegen weist die von den Wiener Hochschulen ins Leben gerufeneAkademische Vereini­gung" ihre Mitglieder in erster Linie darauf hin, das Gefühl der Zusammen­gehörigkeit aller Volksstämme und aller sozialen Schichten der österreichischen Monarchie während des großen Lntschei- dungskampfes zu stärken und durch Wort und Beispiel im Volke Vaterlandsliebe, Ausdauer und Vertrauen wach zu er­halten. Durch Einrichtung eines Heims für kriegsbeschädigte Studenten will die Vereinigung dergemeinsamenvaterländi- schenArbeit ein dauerndes Denkmalsetzen. Geh. Hofrat Prof. Dr. H. Haupt.

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wollen und Wirken

Bilder aus der lebensreformerischen Jugendbewegung unsrer Zeit

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Die Jugend im Vortrupp Leipzig

hat sich innerhalb der Ortsgruppe einen festen Zusammenschluß geschaffen, um im Sinne desVortrupp" sich in ge­meinsamem wirken näher kennen zu lernen und sich gegenseitig zu fördern. Die aus 20 Jungen und Mädeln be­stehende Gruppe hat 5 Jungen und 2 Mädel zu Führern bestimmt. Linem Berichte über die Leipziger vortruxp- jugend seien folgende Ausführungen entnommen: . . . von vornherein sind