Jahrgang 
1915
Seite
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inenden Geschlechtern, an den eige­nen Rindern dasselbe verbrechen wie der Alkoholiker, der ihnen im Rausch das Leben gibt, verbrechen, die sich rächen, mittelbar oder un­mittelbar. Es wird Zeit, daß die Menschheit zu dieser Erkenntnis er­wache. Unser deutsches Volk ins­besondere. Noch kann viel geschehen. Noch leben gesunde Elemente in unsern Landgebieten: -Hannover, -Holstein, Friesland, in der Altmark, Bayern, Schwaben. Da wurzelt noch kernige Art."

Beim Wort Hannover hatte Hermanns Auge geleuchtet; und seine Muskeln strafften sich, so daß der skeptische Freund ihn einen Mo­ment gefesselt betrachtete; aber der alte Spötter gewann bald wieder die Oberhand.

Also wirst du in einem der ge­nannten Gaue einmal das Glück deines Herzens suchen?"

Ohne Zweifel." Hermann stand da, groß, stark, gestreckt, die Verkörperung des Wollens, das erst beim Vollbrachten endet. Im­pulsiv breitete er die Arme aus, als gälte es, die heimatliche Erde zum Gelübde zu umspannen. Nieder­sachsen, du sollst es sein! Seine Brust hob sich in heißem Wunsch nach vollem Leben. Nach dem Ruhe- xunkt am Herzen eines deutschen Weibes, wie seine Ohantasie es formte: Gesund an Leib und Seele, entschlossen im Walten, gescheit auf ihrem Gebiet, mit einem reichen starken Herzen.

Ohne Zweifel", wiederholte er; ich bleibe gleich im Lande. )m Lande meiner Väter und Mütter."

> und Wirken i

' Bilder aus der lebensreforinerischen *

Jugendbewegung unsrer Zeit .

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Ernährungstorheiten.

Ls kann nicht bestritten werden, daß wir uns bisher unverantwortlich gleich­gültig gegen die Lrnährungsfrage ver­halten haben. Dem Städter durfte man im allgemeinen nur dann mit Lrnährungs- sragen kommen, wenn man ihm für seinen oft gehörig verderbten Gaumen ein beson­deres Fest in Aussicht stellen konnte, oder wenn sein Magen eben infolge eines sol­chen Festes sich beklagen und um Rat bet­teln mußte. Nun hat uns dieser Krieg aber dazu gezwungen, uns einmal recht eifrig mit der so arg vernachlässigten Lrnäh­rungsfrage zu beschäftigen. So recht hand­greiflich deutlich hat er uns einmal unsere so fest eingewurzelten, großen deutschen Lrnährungstorheiten zum Bewußtsein gebracht. Die heilige Not dieser Zeit hat unsere Ernährungsweise immer entschie­dener in neue Bahnen hineingedrängt. Hoffentlich erleben wir da nach dem Kriege keinen Rückfall. Ls wäre ein Segen, wenn all das vom Krieg auf­gewühlte Gute auf dem Gebiete der Lebensführung auch nach dem Friedens­schluß vor dem Untergang bewahrt bliebe, wenn uns dieser Krieg insbesondere von unseren Lrnährungstorheiten dauernd genesen lassen würde.

wer als Wandervogel mit offenen Augen durch? deutsche Land gewandert ist und dabei selbständig fürs Leben ein­gekauft hat, den haben Lindrücke mannig­facher Art veranlaßt, auch an unserer Lr­nährungsfrage nicht mehr ganz so achtlos vorüber zu gehen, wie das bisher meistens der Fall war. )n den letzten beiden Zäh­ren rückte die Lrnährungsfrage immer