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q. Jahrgang Nr. S Der VortpUPP l. Mai MS §
Herausgeg. von vi. Hermann M. Popert, Hamburg, und Raprtänleutnant a.S. ^ !?ansPaasche,Berlin—verantwortl.Schriftleiter:vr.pKU.R.Araut,L)amburg20 ^
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Vortrupp-fugend
Monatliche Beilage zum „Vortrupp", unter Verantwortung der „Vortrupp"'Schriftleitnng, herausgegeben von
Nr. 5 Hans j)aasche
Zuhält, vertrauen.—Stark wiedasLeben
Vertrauen.
Es gibt nur eine Glückseligkeit, die des menschlichen Geistes und der menschlichen Hoffnung würdig wäre: ein vollkommenes Wissen ohne Mühe und Vual. Jede Macht, die uns diesem Glück schon auf Erden näher zu bringen vermag, ist gut, auch wenn sie Leiden schafft.
Doch ist es eine wohltätige Macht, die vor allem berufen ist, von tiefverhüllten Dingen so manchen Schleier fortzuziehen. Der Anfang aller Weisheit ist das vertrauen, wie es der Anfang aller Freude ist. Ein Rind, das nichts weiß, doch sich vertrauend hingibt, ist weiser als der Erwachsene mit all seinem Wissen und all seiner Erkenntnis.
Laßt euch das vertrauen nicht verkümmern. Glaubt den Klugen
nicht, die euch sagen, daß ihr die Mächte, die euer Schicksal und den Gang der Welt beherrschen, durchschauen und berechnen könnt. Nicht einmal die Kräfte eurer eigenen Seele könnt ihr erkennen und euch mit Sicherheit zum Aufbau eines klug gezimmerten Lebens dienstbar machen, wieviel weniger noch die verborgenen Eigenschaften eurer Mitmenschen, geschweige die Schicksalsgewalten, die der größte und ehrfürchtigste aller Künstler nur mit verhülltem Antlitz zu bilden wußte, denn er kannte sie nicht.
Wer zu viel wägt und bedenkt, kommt tief in die Furcht hinein, die ein ganzes Leben unfruchtbar machen kann, die es vor allem glücklos machen muß. Das menschliche Dasein in all seinen Wechselwirkungen ist so ganz auf Treu und Glauben begründet, daß wir ohne ein anfängliches vertrauen nicht auskommen. Besser, zehnmal getäuscht zu werden, besser, nach einem Leben voll mißverstandener oder gar mißbrauchter Güte mit dem unerschütterlichen Glauben an den edlen Kern in jedem Menschen