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scheu abhold ist, die vielmehr das Einfache sucht und das Natürliche schätzt. Dürerbundgedanken gewinnen Raum, das Auge sucht das Schöne in heimischer Baukunst, in Bildwerken und draußen im Freien, das Ghr gewöhnt sich an gute Musik, und Vorlesungen und eigene Büchereien sorgen dafür, daß unsere Dichtung der Jugend früh vertraut wird.
Keineswegs aber darf angenommen werden, daß die Mitglieder der Wehrlogen, die Wehrtempler, Verächter körperlicher Übungen sind. Im Gegenteil. Immer mehr drängen diese Jugendgruxxen dazu, an wöchentlichen Turnabenden den Körper zu schulen und die volkstümlichen Übungen des Laufens, Werfens und Springens zu pflegen. Auf dem Jugendtag in Weißenfels, der Ofingsten mehrere hundert Wehrtemxler aus allen Gauen Deutschlands zusammenführte, bildeten volkstümliche Wettkämpfe und Turnspiele einen Hauptteil der Veranstaltungen. Es wächst die Erkenntnis, daß starke Muskeln und gesunde Nerven nötig sind, um die Aufgaben erfüllen zu können, die jeder sich selbst und seinem Volksganzen schuldig ist.
Daß die Wehrtemxler auch wandern, ist fast selbstverständlich. Denn welcher gesundemxfindende Mensch will nicht wenigstens Sonntags dem Lärm und dem Staub der Stadt entfliehen, um draußen in Wald und Heide den Sinnen neue Nahrung zu geben? Der Wandervogel ist der Wehrloge Lehrmeister gewesen. Seinem Einfluß ist es zuzuschreiben, daß das Volkslied auch in diesem Kreise Freunde und Bewahrer gewinnt, und ebenso das alte Gut der Volkstänze.
Die Wehrloge nimmt Mädel und Jungen aus allen Volkskreisen auf. In dieser Gemeinsamkeit liegt ein wichtiges Erziehungsmittel. Die durch falsche Maßnahmen künstlich hergestellte Entfernung zwischen den beiden Geschlechtern, die von der Jugend selbst oft genug durch albernes Flirten überbrückt wird, ist in der Wehrloge ersetzt durch kameradschaftlichen Verkehr. Jungenund Mädel werden als vollkommen gleichberechtigt angesehen, und dadurch, daß beide Geschlechter für dieselben Ziele eintreten und an denselben Bildungsmöglichkeiten teilnehmen, achten sie sich als Strebens- und Arbeitsgenossen.
Die Wehrlogen sind nichts Fertiges. Dazu ist ihre Entwicklungszeit zu begrenzt. Sie sind auch nichts zahlenmäßig Großes. Sie fühlen sich jung, und dieses Gefühl gibt ihnen die -Hoffnung, daß sie wachsen nach innen und außen und Stätten werden einer echten und reinen Jugendfreude und einer starken und schaffenden Jugendkraft.
Carl will.
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» Bilder aus der lebensreformerischen »
» Jugendbewegung unsrer Zeit > S__S
Freideuische Zukunft.
Unter dieser Überschrift hat bekanntlich Hermann L)opert als Herausgeber des „Vortrupp" die am ^o.Gktober 5954 auf dem Hohen Meißner versammelte Jugend in einem längeren Leitaufsatz begrüßt, der auch als Vortrupp-