Volume 
1915
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scheu abhold ist, die vielmehr das Einfache sucht und das Natürliche schätzt. Dürerbundgedanken gewin­nen Raum, das Auge sucht das Schöne in heimischer Baukunst, in Bildwerken und draußen im Freien, das Ghr gewöhnt sich an gute Mu­sik, und Vorlesungen und eigene Büchereien sorgen dafür, daß un­sere Dichtung der Jugend früh ver­traut wird.

Keineswegs aber darf angenom­men werden, daß die Mitglieder der Wehrlogen, die Wehrtempler, Verächter körperlicher Übungen sind. Im Gegenteil. Immer mehr drän­gen diese Jugendgruxxen dazu, an wöchentlichen Turnabenden den Körper zu schulen und die volks­tümlichen Übungen des Laufens, Werfens und Springens zu pflegen. Auf dem Jugendtag in Weißenfels, der Ofingsten mehrere hun­dert Wehrtemxler aus allen Gauen Deutschlands zusammenführte, bil­deten volkstümliche Wettkämpfe und Turnspiele einen Hauptteil der Ver­anstaltungen. Es wächst die Er­kenntnis, daß starke Muskeln und gesunde Nerven nötig sind, um die Aufgaben erfüllen zu können, die jeder sich selbst und seinem Volks­ganzen schuldig ist.

Daß die Wehrtemxler auch wan­dern, ist fast selbstverständlich. Denn welcher gesundemxfindende Mensch will nicht wenigstens Sonntags dem Lärm und dem Staub der Stadt entfliehen, um draußen in Wald und Heide den Sinnen neue Nah­rung zu geben? Der Wandervogel ist der Wehrloge Lehrmeister ge­wesen. Seinem Einfluß ist es zu­zuschreiben, daß das Volkslied auch in diesem Kreise Freunde und Be­wahrer gewinnt, und ebenso das alte Gut der Volkstänze.

Die Wehrloge nimmt Mädel und Jungen aus allen Volkskreisen auf. In dieser Gemeinsamkeit liegt ein wichtiges Erziehungsmittel. Die durch falsche Maßnahmen künstlich hergestellte Entfernung zwischen den beiden Geschlechtern, die von der Jugend selbst oft genug durch al­bernes Flirten überbrückt wird, ist in der Wehrloge ersetzt durch kame­radschaftlichen Verkehr. Jungenund Mädel werden als vollkommen gleich­berechtigt angesehen, und dadurch, daß beide Geschlechter für dieselben Ziele eintreten und an denselben Bildungsmöglichkeiten teilnehmen, achten sie sich als Strebens- und Arbeitsgenossen.

Die Wehrlogen sind nichts Fer­tiges. Dazu ist ihre Entwicklungs­zeit zu begrenzt. Sie sind auch nichts zahlenmäßig Großes. Sie fühlen sich jung, und dieses Gefühl gibt ihnen die -Hoffnung, daß sie wachsen nach innen und außen und Stätten werden einer echten und reinen Jugendfreude und einer star­ken und schaffenden Jugendkraft.

Carl will.

! Vollen ! ! und Wirken !

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» Bilder aus der lebensreformerischen »

» Jugendbewegung unsrer Zeit > S__S

Freideuische Zukunft.

Unter dieser Überschrift hat bekannt­lich Hermann L)opert als Heraus­geber desVortrupp" die am ^o.Gktober 5954 auf dem Hohen Meißner versam­melte Jugend in einem längeren Leitauf­satz begrüßt, der auch als Vortrupp-