Der Vortrupp
Jahrgang Nr. 23 ^. Dezember W5
Gin Wort an alle Leser des „Vortrupp".
Mehr als zweitausend deutsche Zeitschriften hat der Rrieg bereits vernichtet.
Auch den „Vortrupp" hat er selbstverständlich vor die Daseinsfrage gestellt. N)ir, die Herausgeber und der Verleger, haben uns aber gesagt: Wer ein Unternehmen ins Leben ruft von dem Wesen und mit den Zielen des „Vortrupp", der ist verpflichtet, es auch unter den allerschwierigsten Umständen.zu erhalten, solange irgendeine Möglichkeit dasür gegeben ist.
Danach haben wir gehandelt und haben nicht nach den Opfern gefragt, die gebracht werden mußten, um diese Pflicht zu erfüllen. Dennoch wäre alles vergeblich gewesen, wenn nicht im schwierigsten Augenblick drei Menschen, denen der „Vortrupp" Herzenssache geworden war, so kräftig und fo gebefreudig eingegriffen hätten, wie die Geschichte des deutschen Zeitschriftenwesens es selten zu verzeichnen haben mag.
So — durch unsre eignen Opfer und vor allem durch jene einzigartige Hilfe einer Freundin und zweier Freunde unsrer Sache — hat es also gehindert werden können, daß der Rrieg den „Vortrupp" verschlang. Aber etwas andres haben wir und haben auch jene echten Freunde nicht hindern können: daß der Krieg den „Vortrupp" um wenigstens vier Jahre in seiner Entwicklung zurückgeworfen hat.
Wenigstens vier )ahre länger, als es ohne den Krieg der Fall gewesen wäre, wird also der „Vortrupp" Kapitalszuschüsse verlangen. Soweit aber reicht, auch nach der großen, tatkräftigen Hilfe, die uns jetzt zuteil geworden ist, das uns zur Verfügung stehende Kapital nicht, fofern nicht noch etwas Weiteres geschieht.
Um dieses Weitere, was noch geschehen muß, handelt es sich heute. Unsern Lesern wird es längst aufgefallen sein, daß der preis des „Vortrupp" — eine Mark und fünfundzwanzig Pfennige für das Vierteljahr — weit unter allem bleibt, was für eine
1