Jahrgang 
1915
Seite
313
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Der Vortrupp

Jahrgang Nr. ^6 ^6. August

Das letzte Aufgebot.

Wer am Jahrestage des Kriegsausbruches einen Blick auf die poli­tische Karte der Erde warf, die Gebiete des neuen Dreibundes an den Reichendes Vierverbandes messend, den mußte ein Schauer der Ehrfurcht ergreifen, wenn er bedachte, daß es der G e i st ist, der über die erdrückende Abermacht an Menschen, Land und Reichtümern bisher den Sieg davon­getragen hat.

Es geht weit über alles menschliche verstehen, daß das kleine Deutsch­land, verbunden mit dem kolonieenlosen Österreich und der auf dem Balkan feindlich umlauerten Türkei durch zwölf lange Monate hin­durch drei Weltreichen unbesiegt die Stirne bieten konnte, von Erfolg zu Erfolg schreitend und so ungeschwächt, daß auch der Verrat Italiens an der Kriegslage nichts mehr zu ändern vermochte.

Nie zuvor hat sich die triumphierende Macht des Geistes in der Ge­schichte der Menschheit so sichtbar offenbart!

Geistige Tugenden sind es, die uns unbesiegbar machen. Haben doch die sittlichen Mächte: Ausdauer, Ordnungsliebe, Gründlichkeit, vor allem aber die Tugend der selbstverständlichen Pflichterfüllung, die den ersten Führer wie den letzten Soldaten beseelt, das Heer geschaffen, das unser geliebtes Vaterland vor den Schrecken des Krieges bewahrt hat und seine siegreichen Schlachten auf Feindesboden schlägt.

Aus dieser Erkenntnis müssen wir den festen Willen schöpfen, alle Kraft daran zu setzen, diese geistigen Tugenden in unserem Volke lebendig zu erhalten und überall zur Herrschaft zu bringen, wo sie noch von der Selbst­sucht überwuchert werden. Dieser Krieg entscheidet über unsere Stellung in der Welt und lehrt uns zugleich, daß innere Werte letzten Endes das Maß der äußeren Macht bestimmen, das erworben und erhalten werden kann.

Deshalb fordert jeder Sieg von dem Sieger die strengste Selbstzucht. Deshalb muß neben der geschichtlichen Erkenntnis, die die Richtung des Handelns gibt, die sittliche Einsicht stehen, die allein berechtigt ist, das Ziel aufzurichten.

)n der Geschichte des vielverlästerten j)reußen finden wir ein leuch­tendes Beispiel für die Besonnenheit, weise Voraussicht und Gerechtigkeit der verantwortlichen Führer nach einem entscheidenden Siege, der die

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