Jahrgang 
1915
Seite
233
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Der Vortrupp

Jahrgang Nr. 1^2 P. Zum WS

Realpolitik".

So war der Aufsatz überschrieben, mit dem derVortrupp" sein Wirken begann.*) ZVir bitten, den Aufsatz jetzt nachzulesen; er ist heute zeitgemäßer denn je.

Schon damals konnte der Verfasser mit Recht sagen:

Daß uns in den Tagen, die wir jetzt (also um die Jahres­wende 191^/52) leben, der italienische Raubzug gegen Tripolis von manchem aus jener j)riesterschaft (der Realpolitik) als schönste Blütegesunder Realpolitik" gepriesen worden ist, braucht als selbstverständlich kaum erwähnt zu werden." Aun, in den Tagen des Mai ^9^5 hat sich die gegenwärtige Regierung desselben Italiens zu den Grundsätzengesunder Real­politik" vollends mit einer Folgerichtigkeit bekannt, die den Neid aller Hohenpriester dieser Politik aufs tiefste erregen muß. Welches diese Grundsätze sind? Den wichtigsten hat derVortrupp" damals so gezeichnet:

Zehnmal unwirklich ist jede Gemeinschaft zwischen zwei Völkern (und seien es die ... engstverbündeten) und jede Treue zwischen ihnen: Daß die Völker der Lrde Raubtiere sind, in deren Beziehungen zueinander zügellose Anarchie herrschen muß bis ans Ende der Dinge, das ist im Kate­chismus der Realpolitiker der höchste und tiefste Artikel. Dagegen ist ihnen kein Kraut gewachsen, da hilft kein Recht und kein Vertrag; was unter zwei Menschen, und wären sie Australneger, Schuftigkeit wäre oder Straßenraub oder

Betrug: unter zwei Völkern heißt esGesunde Realpolitik". 4- »

Salandra und Sonnino so sehenRealpolitiker" aus. Die unauslöschliche Verachtung, die jeder anständige Mensch (natürlich auch jeder anständige Italiener) für Leute jenes Schlages hegt, bleibt nunmehr Gott sei Dank für alle Zeiten auch an derRealpolitik" hängen. Vortrupp.

*) Jahrgang ^9^2, Nr.

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