Volume 
1915
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33
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Der Vortrupp

Jahrgang Nr. 2 ^6. Januar ^9^5

An unsere Leser.

Ernster als je sind wir in das neue Jahr eingetreten, wissen wir auch nicht, was es uns in seinem Laufe bringen wird, eins wußten wir am ersten Tage: Es bringt uns verdoppelte Aufgaben.

!ver schon die Hand am Werke hat, der muß nun auch seine Treue und seine Arbeit verdoppeln, soll nicht all das Kämpfen und Bluten und all das Siegen auch vergebens sein. Dem zukünftigen Deutschland gilt unsere Sorge und Liebe.

weil wir ihm dienen wollen, haben wir uns aufs neue entschlossen, trotz allen Bedenken, trotz den vermehrten Opfern an Geld und Kraft, denVor­trupp" durchzuhalten bis zum Frieden.

Nun muß zu dem festen willen die Besonnenheit treten, da sich die Ein­nahmen in dieser Zeit stark vermindert haben und wir uns den veränderten Verhältnissen anpassen müssen. Mehr als je werden unsere Leser uns die Werbearbeit abnehmen müssen, damit auch jetzt unsere Gedanken in weiteste Kreise getragen werden. Auch darf keiner unserer Freunde sich daran stoßen, wenn wir den Umfang unserer Hefte zeitweilig verringern; ihr Inhalt wird darum nicht dürftiger, sondern nur noch geschlossener und durchdachter werden.

Unsere Mitarbeiter bitten wir, ihre Gedanken in immer knapperer Form niederzulegen, so wie es der herben und großen Zeit entspricht.

wir wollen und können dem ringenden deutschen Volke ein Helfer sein in Krieg und Frieden. So helft dem, der euch hilft und bietet Treue um Treue.

Vortrupp.

Zivilisation, Kultur und Luxus nach dem Kriege.

Es ist eine wenig dankbare Tätigkeit, eine zukünftige Entwicklung vorauszusagen. Denn man ist nie sicher, ob inan nicht eine der entscheidenden Voraussetzungen übersah und einer anderen übertrie­bene Bedeutung beilegte. Und doch hat inan es manchmal nötig, sich ein klares wenigstens ein möglichst klares Bild von den Zuständen zu machen, die sich in der Zukunft formen werden, und die man in Betracht ziehen möchte, um sich über seinen weiteren Weg klar zu werden.

Gegenwärtig ist wieder ein solcher Zeitpunkt da. Fragen über Fragen türmen sich vor uns auf, für die wir noch keine gewisse Antwort haben. Und wenn wir auch glauben, an manchen Stellen des Landes, in das wir jetzt hineinschreiten, deutlichere Gebilde zu er­kennen: in der Hauptsache liegt doch alles dunkel vor uns.

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